Pommes, Wursthaut und Honig

Rätselhafte EU-Vorschriften

Seit April 2018 ist das starke Frittieren von Pommes verboten. Foto: dpa FOTO: dpa / Ina Fassbender

Das Gemurre über die EU-Bürokratie ist so alt wie die EU selbst. Der Beamtenapparat in Brüssel stößt in gewaltigem Umfang Vorschriften aus, die unser aller Leben berühren, deren Sinn sich aber nicht immer erschließt.

Pommes, Wursthäute und Softwarepatente – es gibt unendlich viele Dinge, mit denen man sich in Brüssel befasst. Hier sind einige Beispiele für EU-Richtlinien und ihrer Hintergründe.

 

Honig Er wird auf das Frühstücksbrot geschmiert oder in den Tee gerührt. Doch was vielleicht nicht jeder weiß: Honig hat eine elektrische Leitfähigkeit, und muss diese nach einer EU-Richtlinie sogar aufweisen. Um unlauteren Wettbewerb und eine Irreführung der Verbraucher zu verhindern, wurden bereits 1974 Begriffsbestimmungen für verschiedene Honigarten und Vorschriften für die Zusammensetzung festgelegt. Die wichtigsten Angaben sollten auf dem Etikett vermerkt werden. Eine Fassung der Honig-Richtlinie aus dem Jahr 2001 listet Merkmale auf, die der Honig aufweisen muss, wenn er „in Verkehr gebracht oder in einem für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnis verwendet werden“ soll. Und dazu gehört auch die elektrische Leitfähigkeit. Doch die Muss-Formulierung ist unsinnig. „Honig hat immer eine elektrische Leitfähigkeit“, sagt Rike Renner, Honiganalytikerin vom Fachzentrum für Bienen und Imker in Mayen. Mit der elektrischen Leitfähigkeit sei lediglich ein einfacher Wert gefunden worden, um die Honigarten und ihre Herkunft unterscheiden zu können.


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