Vor Europawahl

AfD wettert beim Wahlkampfauftakt gegen EU-Politik

Laut einer aktuellen Umfrage erreicht die AfD in der Wählergunst nur noch 12 Prozent - ihr schlechtester Wert seit März 2018. Foto: Daniel Karmann FOTO: Daniel Karmann

Offenburg. Inmitten der Debatten über dubiose Spenden hat die AfD ihren Europawahlkampf mit harscher Kritik an der EU eingeläutet.

Spitzenkandidat Jörg Meuthen sagte am Wochenende in Offenburg mit Blick auf den Zustand der EU, man habe es hier mit einem „ziemlich kranken Patienten zu tun, bei dem etliche wichtige Vitalfunktionen nicht mehr richtig funktionieren“. Er prangerte „unnütze bürokratische Verordnungen“ an, die kein Mensch brauche.

Politiker wie den Chef der rechten Lega in Italien, Matteo Salvini, und Ungarns Regierungschef Viktor Orban bezeichnete Meuthen als Verbündete für ein anderes Europa. Es werde eine neue Allianz „konservativer, freiheitlicher und patriotischer Kräfte“ im Europäischen Parlament vorbereitet, kündigte Meuthen mit Blick auf ein Treffen europäischer Rechtspopulisten am Montag in Mailand an.

Bundesparteichef Alexander Gauland kritisierte insbesondere die EU-Einwanderungspolitik. Jedes europäisches Land solle selbst entscheiden, wen es einwandern lasse. Den „Eurokraten“ hielt Gauland vor, eine Gleichmacherei der Menschen in Europa zu verfolgen und nationale Demokratien Schritt für Schritt abbauen zu wollen. Die AfD bringe hingegen Vielfalt ins Europäische Parlament. Es brauche dort eine starke, bürgerlich-konservative Fraktion, sagte Gauland. Der Europawahlkampf sei ein „Identitätswahlkampf“.

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