„Wann sind Sie glücklich?“

95 Minuten, 65 Gäste, 22 Antworten - Kanzlerin Merkel lädt zum Bürgerdialog

Angela Merkel stellte sich den Fragen der Bürger im Bürgerdialog in Bremerhaven- FOTO: dpa / Carmen Jaspersen

Emmanuel Macron hat es vorgemacht. Jetzt zieht die Kanzlerin nach. Angela Merkel stellte sich am Montag einem Bürgerdialog in Bremerhaven. Sie beantwortete 22 Fragen und nahm sich 95 Minuten dafür Zeit.

95 Minuten, 60 Gäste und die Kanzlerin: Zum Bürgerdialog kam Angela Merkel (CDU) diesmal nach Bremerhaven. Sie stellte sich 22 Fragen aus dem Publikum. Europa, Rente, Klima, Pflege, Umwelt und Bürokratie waren Stichworte und auch die Frage „Wann sind Sie glücklich?“ ließ die Regierungschefin nicht unbeantwortet. Applaus bekam Merkel für ihr Bekenntnis zur Demokratie, die immer aus Kompromissen bestehe und Minderheiten Schutz gewähre.

Das Publikum war bunt gemischt, die Jüngste 7, die Älteste 74 Jahre. Auf den Rängen im Rundkreis saßen etwa gleich viele Frauen und Männer. Schüler, Rentner, ein Landwirt, Lehrer oder Hartz-IV-Empfänger waren ins Veranstaltungszentrum Fischbahnhof gekommen. Alle waren unabhängig vom Bundeskanzleramt oder Bundespresseamt ausgewählt worden. Das war Aufgabe der in Bremerhaven erscheinenden „Nordsee-Zeitung“, der Hochschule Bremerhaven und der zuständigen Handelskammer. „Fragen Sie spontan, was Ihnen auf dem Herzen liegt“, ermunterte der Moderator und Chefredakteur der „Nordsee-Zeitung“, Christoph Linne, die Gäste kurz vor dem Eintreffen Merkels.

„Die Themenvielfalt ist groß: Es geht mal ums große Ganze, oder das kleine Detail“, so das Bundeskanzleramt zum Bürgerdialog-Format. Das große Ganze war einige Stunden zuvor in Berlin beim Mittagessen Merkels mit EU-Ratspräsident Donald Tusk Thema. Aber auch in Bremerhaven. Dort machte sich einer der Fragesteller Sorgen um den Zustand der Demokratie und der EU, die auch Merkel teilte: Weltweit und in der EU gebe es die Tendenz, zu fragen, ob es noch gut sei, zusammenzuarbeiten oder ob man sich alleine besserstelle, sagte sie. „Das ist eine gefährliche Tendenz.“

(mja/dpa)
top