100-Tage-Bilanz von AKK

Die Rückkehr der Konservativen

Foto: imago Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU, winkt beim außerordentlichen Deutschlandtag der Jungen Union (JU) nach ihrer Rede zwischen Paul Ziemiak (l), Generalsekretär der CDU, und Markus Blume, Generalsekretär der CSU. FOTO: dpa / Michael Kappeler

Die Union ist geschlossen wie lange nicht. Kramp-Karrenbauer hat sie in ihren ersten 100 Tagen rechts von der Mitte platziert.

Es ist ein dankbares Publikum für solche Seitenhiebe. Jeder Stich ein Schrei. Vor Freude. Es bricht regelrecht heraus aus der Jungen Union, als bei ihrem Deutschlandtag in der Kongresshalle am Alexanderplatz in Berlin die Spitzen von CDU und CSU ein konservatives Feuerwerk zünden.

Ein Johlen, als die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer betont, sie würde ihren Kindern keine Entschuldigung dafür schreiben, wenn sie freitags statt zur Schule zur Demo gegen den Klimawandel gehen. Oder als sie ihre Ablehnung der SPD-Pläne bekräftigt, keine Sanktionen mehr gegen junge Hartz-IV-Empfänger zu verhängen, die gegen das Kontrollsystem verstoßen. Jubel, als CSU-Chef Markus Söder per Video-Botschaft der SPD eine linke Rolle rückwärts attestiert. Applaus für CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, der dem Koalitionspartner eine jahrelange Fastenzeit an guten Ideen vorhält. Ein Hurra, als CSU-Generalsekretär Markus Blume für die komplette Abschaffung des Solidaritätszuschlags und gegen mehr Taschengeld für Asylsuchende kämpft. Und schließlich fast hysterisches Kreischen, als Tilman Kuban, ein Haudegen aus Niedersachsen, die Wahl zum neuen JU-Vorsitzenden gegen den nicht weniger konservativen Stefan Gruhner aus Thüringen klar gewinnt.

Bei ihrem Deutschlandtag sei die Junge Union auch deshalb so außer Rand und Band gewesen, weil sie von Merkel so lange gedeckelt worden sei, heißt es. Nun ist zu spüren, was Söder und Kramp-Karrenbauer seit Wochen einen Schulterschluss nennen: Die Union ist wieder zusammengerückt. Ins konservative Lager, ein Stück rechts von der Mitte. In nur 100 Tagen seit Kramp-Karrenbauer die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Chefin angetreten hat.

(kd)
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