Kommentar zur AfD-Affäre

Wege nach Moskau

Dem AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier (1.v.l.), einem früheren Mitarbeiter der Fraktionschefin Alice Weidel, wird vorgeworfen, finanzielle Wahlkampfhilfe aus Russland erhalten zu haben. Hier präsentiert er sich mit Weidel und Lothar Maier als Kandidat für den Bundestag. FOTO: dpa / Marijan Murat

Meinung Angeblich soll ein wichtiger AfD-Abgeordneter finanzielle Wahlkampfhilfe aus dem Kreml erhalten haben. Das würde ein schlechtes Licht auf die Rechtspartei werfen. Aber Vorsicht ist angebracht.

Es ist kein Geheimnis, dass ein Teil der AfD einen etwas verklärten Blick auf Putins Russland auszeichnet. Ein internationaler Rechercheverbund um den „Spiegel“ will nun herausgefunden haben, dass der Kreml den Wahlkampf eines jungen AfD-Abgeordneten massiv finanziell unterstützt haben soll. Das ist starker Tobak und passt in das Bild, dass der russische Präsident alles tut, um westliche Demokratien zu destabilisieren. Und es wirft ein trübes Licht auf manche Politiker der Rechtspartei.

Doch es ist zugleich auch Vorsicht angebracht. Denn ganz schlüssig kann die Recherchegruppe die Verbindung des Jungpolitikers zum Kreml nicht nachweisen. Und nicht jeder merkwürdige Kontakt nach Russland ist zugleich ein Kontakt zu Putins Auslandsagenten.

Sollte der Vorwurf indessen zutreffen, müsste das Finanzgebaren des AfD-Abgeordneten und seiner Freunde vom Bundestagspräsidenten untersucht werden. Ein Anfangsverdacht ist vorhanden. Ob es dann gleich eine der Mueller-Kommission in den USA vergleichbare Prüfung gibt, ist eher unwahrscheinlich. Zu den Akten legen darf man den Vorgang indessen nicht. Dazu ist er zu brisant.


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