Angst vor höheren Zinsen

Trump bremst Konjunktur, Altmaier senkt Prognose

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bei der Vorstellung der Herbstprojektion der Regierung.FOTO: dpa / Kay Nietfeld

Deutschland bleibt vom Handelskonflikt der USA mit China nicht verschont – Wirtschaftsminister Altmaier muss seine Wachstumsprognose senken. Weltweit rutschen die Kurse an den Börsen aus Angst vor höheren US-Zinsen.

Handelskonflikte, Brexit-Risiken und steigende US-Zinsen haben die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt und den Konjunkturpessimismus nicht nur bei den Kapitalanlegern geschürt. Nach dem größten Kursrutsch in Deutschland seit Monaten am Mittwoch verlor der Deutsche Aktienindex auch am Donnerstag weiter an Wert. Ein Marktanalyst sah den Dax sogar im „Crashmodus“ und sprach von Panik bei den Anlegern. Auch in den USA und in Asien rutschten die Kurse ab, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer möglichen Neuauflage der Finanzkrise gewarnt hatte, sollte die Weltgemeinschaft die Finanzmarktregeln wieder lockern.

Die Kursverluste haben allerdings bisher noch wenig mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage in den wichtigsten Ländern zu tun. Die US-Wirtschaft wächst unter Präsident Donald Trump mit einer hohen Rate, die Arbeitslosigkeit liegt auf dem niedrigsten Niveau seit Jahrzehnten. Auch in China bleibt das Wachstum vorerst noch robust, der Handelsstreit mit Trump zeigt bisher noch kaum Bremsspuren. Trump drohte am Donnerstag aber mit weiteren Zollschritten und griff auch die US-Notenbank Fed an, die er wegen ihrer Zinserhöhungspläne für „verrückt“ erklärte. IWF-Chefin Christine Lagarde rüffelte Trump dafür bei der Eröffnung der IWF-Herbsttagung im indonesischen Bali.

Auch in Europa setzt sich der Aufschwung im schwächeren Tempo fort. Deutschland bleibt Konjunkturlokomotive, wird wegen äußerer Bremsfaktoren und hausgemachter Branchenkrisen wie dem Dieselskandal künftig aber mit geringeren Raten wachsen als bisher. Die Konjunkturrisiken für die Exportnation haben sich mit den handelspolitischen Provokationen Trumps, dem drohenden harten Brexit und den zunehmenden Schwierigkeiten der Automobilindustrie als wichtigstem Standbein der deutschen Industrie jetzt aber deutlich erhöht.

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