Demos statt Schule

Politik streitet weiter über „Fridays for Future“

Am Freitag sind erneut zehntausende Schüler auf die Straße gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Die politische Debatte über die Schulpflicht geht indes weiter. SPD-Vize Malu Dreyer macht jetzt einen neuen Vorschlag.

Zehntausende deutsche Schüler und Studenten haben sich am Freitag an den weltweiten Demonstrationen für mehr Klimaschutz beteiligt. In mehr als 220 Städten in Deutschland fanden nach Angaben der Veranstalter Kundgebungen statt. Mit den weltweiten Protesten erreichte die Bewegung „Fridays for Future“ ihren vorläufigen Höhepunkt. Laut der Webseite „fridaysforfuture.org“ nahmen Schüler, Studenten und auch Erwachsene in 123 Ländern auf allen Kontinenten teil.

Deutsche Politiker begrüßten die Proteste. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bezeichnete die Aktionen der jungen Menschen als „Weckruf“, für den sie dankbar sei. Bundestags-Vizepräsident Thomas Oppermann (SPD) zeigte sich in einer Aktuellen Stunde des Bundestages „beeindruckt“ von den Demonstranten. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) betonte indes: „Trotzdem gilt die Schulpflicht.“ Denn in der Schule lernten Kinder, warum das Klima gefährdet ist. Auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) begrüßte das politische Engagement. Das Demonstrationsrecht setze jedoch die Schulpflicht nicht außer Kraft, mahnte sie.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Malu Dreyer fordert die Organisatoren indes auf, auch die Schulen einzubeziehen. „Ich habe großen Respekt vor Schülerinnen und Schülern, die sich engagieren für unsere Demokratie und für wichtige Dinge wie den Klimaschutz“, sagte Dreyer den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Zugleich appellierte sie an die Veranstalter der Demonstrationen: „Schaut zu, dass ihr die Schulen mit einbezieht.“

(csi/epd/dpa)
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