Umfrage zum Thema Migration

Mehrheit hält Regierung in der Flüchtlingspolitik für planlos

Syrische Flüchtlinge im Grenzdurchgangslager Friedland. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2016. FOTO: dpa / Swen Pförtner

Die Deutschen stehen Einwanderung offen gegenüber. Die Bereitschaft, Menschen aufzunehmen, die vor Krieg oder Armut fliehen, ist dabei aber deutlich geringer als der Wunsch, mehr Fachkräfte ins Land zu holen. In einer Umfrage wird auch Kritik an der Bundesregierung laut.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen hält die Bundesregierung beim Thema Migration für nicht handlungsfähig. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hervor. Dabei hatten 68 Prozent der Befragten der Aussage „Die Bundesregierung hat keinen Plan, wie es mit den Flüchtlingen, die in Deutschland sind, weitergehen soll“ zugestimmt. 17 Prozent stimmten nicht zu. 14 Prozent antworteten neutral.

Dabei ist die einheimische Bevölkerung nicht generell gegen Zuwanderung. Der Studie zufolge sind 53 Prozent der Wahlberechtigten der Meinung, Deutschland solle in Zukunft sogar mehr hoch qualifizierte Migranten aufnehmen. Für eine verstärkte Aufnahme von Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlingen sprachen sich immerhin 35 Prozent der Studienteilnehmer aus. 38 Prozent der Befragten erklärten, Deutschland solle weiter im aktuellen Umfang Kriegsflüchtlinge aufnehmen. Etwa jeder Vierte will demnach, dass künftig weniger Menschen aus Kriegsgebieten ins Land kommen. Lediglich 13 Prozent der Befragten sprachen sich für mehr Zuwanderung von Menschen aus, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen und vor Armut fliehen.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen auch, dass Skepsis gegenüber Zuwanderung nicht in erster Linie mit der Angst zu tun hat, Ausländer könnten im Wettbewerb um Jobs und Wohnungen zu Konkurrenten werden. 86 Prozent der Befragten befürchten demnach, dass Rechtsextremismus und rassistische Gewalt als Folge des Zuzugs von Flüchtlingen und Migranten zunehmen. 73 Prozent äußerten die Sorge, Kriminalität und Terroranschläge könnten mehr werden. Laut Studie haben 58 Prozent der Deutschen die Sorge, es könne durch Zuwanderung zu mehr Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt kommen. Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt befürchten demnach nur 30 Prozent der Einheimischen.

(csi/dpa)
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