Analyse

Wie wir überleben können

Die Erde bei Nacht. Wie unser Leben in 30 Jahren aussieht, weiß niemand – die Ungewissheit ist viel größer als früher.FOTO: dpa, sh htf

Wir müssen unser Bildungssystem neu ausrichten. In den Schulen wird die Fähigkeit zur Interpretation und Einordnung immer wichtiger. Denn es geht buchstäblich um alles: um das Schicksal der Menschheit.

Die Menschheit steht vor nie dagewesenen Revolutionen. All unsere alten Erzählungen fallen in sich zusammen, und bislang ist noch keine neue entstanden, die sie ersetzen könnte. Wie können wir uns selbst und unsere Kinder auf eine Welt solch beispielloser Veränderungen und radikaler Ungewissheiten vorbereiten?

Ein Kind, das heute zur Welt kommt, wird 2050 knapp über 30 Jahre alt sein. Wenn alles gut geht, wird das Kind im Jahr 2100 noch immer leben und könnte sogar ein aktiver Bürger des 22. Jahrhunderts sein. Was sollten wir diesem Kind beibringen, das ihm dabei hilft, in der Welt des Jahres 2050 oder des 22. Jahrhunderts zu überleben und zu gedeihen? Was für Fertigkeiten wird er oder sie brauchen, um einen Job zu finden, um zu verstehen, was ringsum geschieht, und um sich im Labyrinth des Lebens zurechtzufinden?

Da niemand weiß, wie die Welt im Jahr 2050 aussehen wird – vom Jahr 2100 ganz zu schweigen –, kennen wir die Antwort auf diese Fragen leider nicht. Natürlich konnten die Menschen die Zukunft noch nie genau vorhersagen. Doch heute ist es schwieriger als je zuvor, denn sobald uns die Technologie in die Lage versetzt, Körper, Gehirne und Seelen zu manipulieren, können wir in keinerlei Hinsicht mehr sicher sein – nicht einmal bei Dingen, die früher als unverrückbar und ewig galten.

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