Keine Unterstützung bei Freilassung?

Journalist Billy Six will Bundesregierung wegen Haft in Venezuela verklagen

Der Journalist Billy Six. FOTO: dpa / Wolfgang Kumm

Der nach vier Monaten aus venezolanischer Haft freigekommene deutsche Journalist Billy Six will die Bundesregierung verklagen. Die Regierung hätte sich nicht intensiv genug um die Freilassung von Six gekümmert. Umgehend gab das Auswärtige Amt Mitteilung.

Der Vater des 32-Jährigen, der für rechtskonservative Publikationen wie "Junge Freiheit" arbeitet, begründete den Schritt am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin mit angeblicher Tatenlosigkeit der deutschen Botschaft in Caracas und des Auswärtigen Amts. Dieses wies die Vorwürfe zurück und betonte, die Botschaft habe dem Journalisten "durchgehend zur Seite" gestanden.

Dessen Vater Edward Six warf der Bundesregierung vor, weder Protest gegen die Inhaftierung seines Sohnes eingelegt noch dessen Freilassung gefordert zu haben. Deshalb kündigte er eine sogenannten Fortsetzungsfeststellungsklage an. Ziel sei es, von einem Gericht bestätigen zu lassen, dass der ausbleibende Protest der Bundesrepublik "rechtswidrig" gewesen sei.

Die Bundesregierung sei "hauptverantwortlich" für die 119 Tage dauernde Haft seines Sohns, sagte Edward Six. Auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) habe sich nicht genug für seinen Sohn engagiert.

(mja/AFP)
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