Umstrittenes Pflanzengift

Koalition will beim Glyphosat-Ausstieg zusammenarbeiten

Die Internationale Krebsforschungsagentur der WHO stufte Glyphosat im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Foto: Patrick PleulFOTO: Patrick Pleul

Berlin. Die Bundesregierung will beim Ausstieg aus dem umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat an einem Strang ziehen und hält Zulassungsbeschränkungen für glyphosathaltige Mittel für möglich.

Die Bundesregierung will beim Ausstieg aus dem Unkrautgift Glyphosat ausdrücklich an einem Strang ziehen und erwägt Zulassungsbeschränkungen für glyphosathaltige Mittel.

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) zeigte sich skeptisch mit Blick auf ein nationales Verbot des Wirkstoffs, kündigte aber einen raschen Vorstoß zur Reduzierung des Glyphosat-Einsatzes an. Sie werde in den nächsten Tagen einen Vorschlag machen, wie die Anwendung eingeschränkt werden könne, sagte Klöckner am Montag vor Sitzungen der CDU-Führungsgremien in Berlin.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte der „Rheinischen Post“, dass ein Verbot des Wirkstoffs nur auf EU-Ebene möglich sei. Auf nationaler Ebene gehe es aber um die Mittel, die ihn enthalten. Die Zulassungen für glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel müssen in diesem Jahr erneuert werden. Zuständig für die Zulassung sind das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebenmittelsicherheit (BVL) und das Umweltbundesamt (UBA). Der „systematische und schrittweise Ausstieg“ müsse bis 2021 vollendet sein, bekräftigte Schulze.

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