Unsicherheit macht sich breit

Alle haben Angst vor allen

Die Menschen fühlen sich immer unsicherer. (Symbolfoto). FOTO: dpa / Nicolas Armer

Die Kriminalitätsrate sinkt, doch die Menschen – vor allem Ostdeutsche, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund – fühlen sich unsicherer. Ein Widerspruch, der den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährdet.

Von Argwohn getrieben ist der Mensch dem Menschen ein Wolf, es herrscht ein „Krieg aller gegen alle“. Es ist ein düsteres Bild, das der Philosoph Thomas Hobbes als den Naturzustand des Menschen skizziert. Das mag daran gelegen haben, dass er sein berühmtestes Werk – seine staatstheoretische Schrift „Leviathan“ – vor dem Hintergrund des englischen Bürgerkriegs Mitte des 17.
Jahrhunderts geschrieben hat. Oder daran, dass er ein unverbesserlicher Pessimist war.

Was aber hat das mit Deutschland heute zu tun? Ein Blick in den jüngst veröffentlichten „Viktimisierungssurvey 2017“ (Opferstatistik) macht es deutlich: Die Wissenschaftler wollten mit dem Bericht der viel diskutierten gefühlten Sicherheit der Menschen auf den Grund gehen. Mehr als 30.000 Menschen haben sie gefragt, wie sicher sie sich fühlen. Das Fazit der Erhebung: Die Menschen fühlen sich unsicherer als noch 2012, wenn sie nach Einbruch der Dunkelheit alleine zu Fuß unterwegs sind.

Interessanter als dieser Anstieg ist allerdings die Entwicklung innerhalb bestimmter Gruppen:


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