Scharfe Kritik aus CSU und SPD

Minister Spahn will Fettabsaugen zur Kassenleistung machen

OP-Vorbereitung: Jahr für Jahr lassen sich tausende Frauen und Männer Fett absaugen. Foto: Ulrich Perrey FOTO: Ulrich_Perrey

Berlin. Millionen erkrankte Frauen sollen das Absaugen von Körperfett nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) künftig von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt bekommen. Die Pläne stießen aber umgehend auf scharfe Proteste.

Denn Spahn will den Weg dafür über eine Rechtsverordnung seines Ministeriums freimachen - und nicht wie üblich durch eine Freigabe durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken als höchstem Entscheidungsgremium des Gesundheitswesens.

Bis zu drei Millionen Frauen mit krankhaften Fettverteilungsstörungen litten täglich darunter, dass die Krankenkassen ihre Therapie nicht mehr bezahlten, sagte Spahn der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Ihnen wollen wir schnell und unbürokratisch helfen.“

Konkret strebt Spahn eine Gesetzesänderung an, wonach „in absoluten Ausnahmefällen“ das Ministerium per Rechtsverordnung Kassenleistungen festlegen kann. Dabei werde der Weg über den G-BA grundsätzlich nicht in Zweifel gezogen, machte ein Ministeriumssprecher in Berlin deutlich. Die Verordnungen müssten hohen Anforderungen an Transparenz und Expertise genügen, sie könnten auch befristet werden.

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