„Politischer Islam“

Linnemann verteidigt Islam-Buch

Carsten Linnemann ist Chef der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung. FOTO: Guido Kirchner/dpa

Der CDU-Politiker wehrt sich gegen Kritik aus den eigenen Reihen und fordert erneut ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren.

Das Thema Migration bleibt ein Spaltpilz in der Union. Zwar lassen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) ihre große Fehde ruhen, die Debatte aber geht weiter. Nach der Kritik von NRW-Migrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) an seinem Buch über den politischen Islam bekräftigt Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU)  seine Position, dass der politische Islam nicht zu Deutschland gehöre. „Der politische Islam beginnt für mich nicht erst beim islamistischen Gefährder, sondern wenn jemand religiöse Gesetze über die Gesetze des Staates stellt“, sagte Linnemann unserer Redaktion. Er verwies auf eine Studie der Uni Münster aus dem Jahr 2016, wonach, knapp 50 Prozent der Deutschtürken eben dieser Ansicht seien, dass die religiösen Gesetze über den staatlichen stünden. „Das ist nicht akzeptabel“, betonte Linnemann, der auch Vorsitzender der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung ist. „Nur mit einem konsequenten Vorgehen gegen den politischen Islam, können wir in Deutschland den liberalen Islam stärken.“

Linnemann hat gerade gemeinsam mit dem CSU-Politiker Winfried Bausback einen Sammelband mit dem Titel „Der politische Islam gehört nicht zu Deutschland“ herausgegeben. Zu den Autoren gehören unter anderem die Soziologin Necla Kelek, die einen säkularen Islam vertritt, und der Grünen-Politiker Boris Palmer, der zuletzt mit seiner Kritik an dem rot-rot-grün regierten Berlin für Schlagzeilen sorgte. Aus dem Kreis der Autoren hat sich gemeinsam mit weiteren Unionspolitikern eine Gesprächsrunde entwickelt, die nun eigene Vorstöße für eine schärfere Integrationspolitik unternehmen möchte. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gehört auch zu der Gruppe.

„Bundespolitisch müssen wir regeln, dass ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren eingeführt wird“, sagte Linnemann. Mädchen sollten genauso frei und unbeschwert wie Jungen aufwachsen dürfen. Dazu sei er mit den Innenpolitikern in seiner Fraktion bereits im Gespräch. Bei den Kleinsten will Linnemann stärker auf die Sprachentwicklung achten lassen: „Ich bin dafür, eine Vorschulpflicht für Kinder einzuführen, die bei Sprachstandserhebungen im Alter von vier Jahren nicht altersgemäß abschneiden. Natürlich für alle Kinder - egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund.“

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