Interview mit dem Rentenexperten Bert Rürup

„Die Politik muss sich bei der Rente endlich ehrlich machen“

Der Ökonom Bert Rürup hat mehrere Rentenkommissionen geleitet, war Chef des Rats der Wirtschaftsweisen und danach auch Schlichter im Tarifkonflikt der Lufthansa.FOTO: dpa / ddp, ddp

Der Düsseldorfer Rentenexperte Bert Rürup über die Zukunft der gesetzlichen Rente, die Versorgungslücken im Alter und seine geringen Erwartungen an die Ergebnisse der von der Bundesregierung eingesetzten Rentenkommission.

Herr Rürup, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat davor gewarnt, dass der Hälfte der heute 55- bis 64-Jährigen im Alter eine durchschnittliche Rentenversorgungslücke von 700 Euro im Monat drohe. Alarmiert Sie das?

Rürup So eine absolute Zahl zu nennen, halte ich für problematisch. Das würde ja bedeuten, dass bei allen aus dem Erwerbsleben ausscheidenden Menschen die gleiche Summe fehlt, um ihren gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten. In Wahrheit haben die Leute aber unterschiedliche Erwerbseinkommen und verfügen im Alter neben ihrer Rente über weitere Einkünfte.

Wie groß ist nach Ihren Berechnungen die durchschnittliche Versorgungslücke Älterer?


top