Gesundheitspolitik

Check-up beim Arzt nur noch alle drei Jahre

Eine medizinische Assistentin misst in einer privatärztlichen Praxis einer Patientin im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung den Blutdruck.FOTO: picture alliance / imageBROKER / Jochen Tack

Das Intervall für die allgemeine Vorsorgeuntersuchung von Kassenpatienten wird von zwei auf drei Jahre angehoben. Das Gesundheitsministerium hat grünes Licht gegeben.

Bislang konnten sich Kassenpatienten ab 35 Jahre alle zwei Jahre auf Herz, Lunge und Niere untersuchen lassen. Die Untersuchung „Check-up 35“ wird es nun nur noch alle drei Jahre geben. Darauf haben sich Ärzte, Krankenkassen und Kliniken in ihrem Spitzengremium, dem Gemeinsamen Bundesausschuss geeinigt. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dafür grünes Licht gegeben, wie ein Sprecher des Ministeriums bestätigte.

Protest kommt von den Praxismedizinern. „Völlig inakzeptabel“, sagte Thomas Nasse, Allgemeinmediziner aus Mettmann. „Nach meiner Erfahrung hat der Zwei-Jahres-Rhythmus schon viele Menschen vor Leid bewahrt und auch schon Leben gerettet.“ Nasse beklagte, die Krankenkassen zahlten Turnkurse, teure Reiseimpfungen und andere nicht gesetzlich vorgeschriebene Dinge, aber bei der Prävention solle gespart werden.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein kritisierte die Verlängerung des Intervalls indes nicht und wies auch auf Vorteile der Reform hin. So können nun auch junge Menschen zwischen 18 und 35 zumindest einmal in 17 Jahren den Check-up wahrnehmen. Da künftig auch der Impfstatus im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung überprüft werden soll, können auf diesem Weg noch fehlende Impfungen nachgeholt werden. Die Impfmüdigkeit vieler Menschen wurde in jüngster Zeit vielfach von Gesundheitsexperten kritisiert. Zudem sollen die Fettwerte breiter Bevölkerungsgruppen künftig genauer als bisher unter die Lupe genommen werden.

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