Interview mit Dr. Josef Mischo

„Enge Kommunikation kann Desaster verhindern“

FOTO: Robby Lorenz

Saarbrücken. Regelmäßige Fall-Analysen durch behandelnde Teams in Krankenhäusern und eine gute Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Angehörigen Schwerstkranker sind die besten Mechanismen, um Fehler oder gar Mordfälle wie die in Delmenhorst und Oldenburg zu verhindern, meint der Präsident der saarländischen Ärztekammer, Dr. Josef Mischo. Der 63-Jährige ist als Oberarzt in der Unfallchirugie der Marienhausklinik Ottweiler tätig.

Herr Dr. Mischo, mehr als 100 Patienten soll Niels Högel ermordet haben. Wie ist es möglich, dass ein Pfleger so lange töten kann, ohne dass es jemandem auffällt?

MISCHO Das darf natürlich nicht vorkommen. Vielleicht ist es so zu erklären, dass auf Intensivstationen oft todkranke Menschen gepflegt werden, bei denen jede kleine Veränderung schon Komplikationen hervorrufen kann. Möglicherweise hat man in diesen Krankenhäusern den Tod solcher Patienten nachlässig und ohne zu hinterfragen akzeptiert.

Wie kann man solche Nachlässigkeiten verhindern? Gibt es da keine Kontrollmechanismen?

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