Nach Trump-Alleingang

Internationale Medien warnen vor Gewaltspirale

Donald Trump zeigt die frisch unterschriebene Proklamation, in der er Jerusalem als die Hauptstadt Israels anerkennt. Foto: Evan VucciFOTO: Evan Vucci

Washington. Internationale Medien warnen nach dem historischen Alleingang von Donald Trump und der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt vor einer neuen Spirale der Gewalt.

Der US-Präsident gebe dem Dschihad Nahrung und lege „ein Streichholz an die Lunte des Pulverfasses“, schrieb die belgische Zeitung „De Tijd“ am Donnerstag. Nach dem „brutalen Bruch“ von internationalem Konsens dürfe Washington nicht erschrecken, wenn das Fass auch explodiere.

Das dänische Blatt „Politiken“ kommentierte, Trumps Entscheidung fehle „Verstand und Logik“ - der US-Präsident trage erneut „zu einer instabileren Welt bei“. Die schwedische Zeitung „Aftonbladet“ mutmaßte, „im schlimmsten Fall“ könne Trumps Ankündigung zu mehr Gewalt führen. In jedem Fall sei klar, „dass die kleine Hoffnung auf Frieden, die es dort noch gab, nun noch schwächer ist“.

Aus Sicht der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ droht ein „möglicherweise explosives Nachspiel“. „Es ist neben den wütenden Reaktionen der islamischen Welt die eklatante Welle der Kritik der internationalen Gemeinschaft, die die erhebliche Schwere der Entscheidung deutlich macht.“

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