Schaufeln gegen die Zeit

Schnee erdrückt Berchtesgaden

Ein Kettenfahrzeug der Bundeswehr unternimmt eine Versorgungsfahrt zur Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden. Foto: Bernd März FOTO: Bernd März

Berchtesgaden. Die Menschen laufen durch tiefe weiße Gräben, wenn sie aus ihren Häusern wollen. Mannshoch türmt sich der Schnee. Autos sind darunter verschwunden, Mauern kaum zu ahnen. Selbst die kleine Kirche sieht unwirklich aus unter so viel blütenweißem Schnee.

Stundenlang haben die Bewohner im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe in den vergangenen Tagen mit ihren Schaufeln gekämpft, um den Zugang zu ihren Häusern offen zu halten. Seit einer Woche sind die etwa 300 Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Schneebruch bedroht die Straße, die hinaufführt auf rund 1000 Meter Höhe.

Die meisten nehmen die Sperre gelassen. „Wir haben vorige Woche das Problem schon kommen sehen und überdimensional eingekauft“, sagt Helmut Hildebrandt. Der 65-Jährige wohnt seit Jahrzehnten hier, in den 1990er Jahren habe er einmal sogar noch mehr Schnee erlebt.

Auch in dem kleinen Laden heißt es bei der Kundschaft: „Wir sind ganz entspannt.“ Frischer Brokkoli liegt da, Orangen, Zitronen und Kartoffeln, die Regale sind voll. Die Bundeswehr hat mit Kettenfahrzeugen Nachschub gebracht - und Menschen nach Berchtesgaden und zurück transportiert.

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