Trügerische Winteridylle

Schneemassen frieren den Alltag in Berchtesgaden ein

Berchtesgaden versinkt im Schnee. Foto: Tobias Hase FOTO: Tobias Hase

Berchtesgaden. Die Katastrophe sieht in Berchtesgaden idyllisch aus. Leise rieselnder Schnee, weiße Pracht überall. Still und starr ruhen Bahn und parkende Autos. Doch die Winteridylle ist auch trügerisch.

Die Bäume biegen sich unter der weißen Last, viele brechen unter ihr zusammen - und auch für die Dächer in der Gemeinde wird der nasse Schnee mehr und mehr zum Problem. Einige Gebäude sind einsturzgefährdet und müssen vom Schnee befreit werden, wie der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp (CSU) sagt. Kurz darauf ruft das Landratsamt am Donnerstag den Katastrophenfall für den südlichen Landkreis Berchtesgadener Land aus.

Zahlreiche Straßen in der Region sind gesperrt, weil Bäume umgestürzt sind oder umzufallen drohen. Wo Autos noch fahren dürfen, geht der Verkehr auf schneeglatter Straße nur sehr schleppend voran. Der Berchtesgadener Bahnhof hat den Betrieb vorerst vollständig eingestellt. Oberleitungsschaden. Das Dach über den Gleisen wird mit Pfeilern gegen die Schneelast gestützt.

„Die Situation ist schon außergewöhnlich“, sagt Rasp. Er spricht von einer „professionellen Gelassenheit - aber auf sehr, sehr hohem logistischen Niveau“. Rund 25.000 Euro wird es die Kommune extra kosten, Herr der Schneemassen zu werden - und zwar pro Tag.

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