Analyse

Seehofer in der Klemme, CSU unter Druck

Betont gelassen angesichts der katastrophalen Umfragewerte: CSU-Chef Horst Seehofer und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Foto: Peter KneffelFOTO: Peter Kneffel

München/Berlin. Eigentlich hofft die CSU auf ein kämpferisches Aufbruchsignal. Eigentlich soll der Parteitag an diesem Samstag in München endlich die lange ersehnte Trendwende bringen: heraus aus dem Tal der Tränen in den Umfragen - zuletzt waren es 35 Prozent - hin zu einem furiosen Schlussspurt bis zur Landtagswahl am 14. Oktober.

Und jetzt das: Wieder steckt die große Koalition in Berlin in der Krise, wieder steht mitten im Sturm ausgerechnet CSU-Chef Horst Seehofer.


Der Bundesinnenminister hält an Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen fest, die SPD aber besteht auf dessen Ablösung. Der Streit hat erneut das Zeug, die Koalition zu sprengen, was die Republik und alle beteiligten Parteien, auch die CSU, in schwere Turbulenzen stürzen würde - und das so kurz vor der CSU-Schicksalswahl in einem Monat.

Viele Wahlkämpfer in Bayern schütteln nur noch den Kopf. Schon lange schimpfen viele, freilich nur hinter vorgehaltener Hand, dass Seehofer den Wahlkampf torpediere, ob bewusst oder unbewusst. Vor dem Sommer gab es den langen und erbitterten Streit mit der Kanzlerin über die Flüchtlingspolitik: erst Seehofers Rücktrittsankündigung, dann sein Rücktritt vom Rücktritt.

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