Analyse

Wütende Franzosen bremsen Macron aus

Rettungsdienstmitarbeiter: Die Demonstranten versammelten sich nahe des französischen Parlaments, um gegen die Veränderungen der Arbeitsbedingungen zu protestieren. Foto: Michel Euler/APFOTO: Michel Euler

Paris. „Wo ist der Präsident?“ - diese Frage ist in Frankreichs dramatischen Krisentagen immer wieder zu hören. Während in Paris die Krawalle tobten und Autos brannten, weilte Emmanuel Macron beim G20-Gipfel in Argentinien.

Von dort aus verdammte der 40-Jährige zwar die schlimmen Ausschreitungen - doch seit seiner Rückkehr am Wochenende hielt er sich mit Äußerungen auffallend zurück. Stattdessen ging der Herr des Élyséepalastes mit Bereitschaftspolizisten zum Mittagessen, beriet in Krisenrunden und überließ Premierminister Édouard Philippe Auftritte im Scheinwerferlicht.

Der Regierungschef kündigte nun an, geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel auf Eis zu legen. Das ist eine Kernforderung der Protestbewegung „Gelbwesten“. Es ist aber alles andere als sicher, dass dieses späte Einlenken den Sturm der Entrüstung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone abflauen lässt.

Dem seit gut eineinhalb Jahren regierenden Macron schien zunächst alles zu gelingen. Ein überraschender Wahlsieg, eine breite Parlamentsmehrheit, mitunter enthusiastisches Echo bei europäischen und internationalen Nachbarn, darunter auch in Deutschland. Eben einer, der auch mal seinem unberechenbaren US-Amtskollegen Donald Trump knallhart Paroli bieten kann.

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