Verfassungsschutzbericht

Im Saarland steigt die Zahl der Islamisten

Hauptzentren der salafistischen Szene im Saarland sind dem Bericht zufolge Sulzbach, Merzig und Saarbrücken. FOTO: Franziska Kraufmann / dpa

Saarbrücken. Die allermeisten Islamisten wollen nur bekehren. Gewaltbereit seien rund zehn Prozent, das meldet der saarländische Verfassungsschutz.

(noe/dpa) Die Zahl der Islamisten im Saarland ist im vergangenen Jahr gewachsen. 260 Menschen gehörten der islamistischen Szene an – 40 mehr als 2015. Das geht aus dem saarländischen Verfassungsschutzbericht hervor.

Der Großteil der Islamisten – 200 Personen – ist demnach dem Salafismus zuzurechnen, einer besonders radikalen Strömung, die den „unverfälschten Islam“ verherrlicht. Hauptzentren der salafistischen Szene im Saarland sind dem Bericht zufolge Sulzbach, Merzig und Saarbrücken. Helmut Albert, Direktor des Landesamts für Verfassungsschutz, betonte gestern bei der Vorstellung des Berichts, dass die Mehrheit einen politischen Salafismus vertrete, der auf „Bekehrung statt Gewalt“ setze. „Die ,etablierten’ Salafisten distanzieren sich von Al Qaida, der Terrormiliz Islamischer Staat und Gewalttaten“, sagte Albert. Dass aus dem Saarland als einzigem Bundesland bislang kein Islamist in das Gebiet des IS nach Syrien oder in den Irak ausgereist sei, wertete er als gutes Zeichen. Rund zehn Prozent der Salafisten im Saarland seien aber gewaltbereit.

Die Zahl der Straftaten mit islamistischem Hintergrund ist deutlich gestiegen – von einer Tat im Jahr 2015 auf neun 2016. Meist handelte es sich nach Angaben des Verfassungsschutzes um Gewaltdarstellungen und Bedrohungsdelikte. Der aufsehenerregendste Fall war der des Syrers Hassan A., der festgenommen worden war, weil er verdächtigt wurde, Sprengstoffanschläge in mehreren Großstädten geplant zu haben. Seit November 2015 gingen beim saarländischen Verfassungsschutz 270 Hinweise wegen Terrorverdachts ein. Der größte Teil habe sich dabei auf Flüchtlinge bezogen, sagte Albert. Die meisten Fälle erwiesen sich jedoch als haltlos. Rund 60 Fälle seien noch in Bearbeitung.

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