167 offizielle Fälle in Trier und Speyer

Saarbrücken. Der Missbrauchsskandal in Berlin 2010 löste eine Welle der Enthüllungen aus - auch im Saarland. So kamen unter anderem im früheren Internat der Steyler Missionare in St. Wendel Fälle aus den 60er und 80er Jahren ans Licht.

Ende 2011 wurden Übergriffe von zwei Priestern aus Lebach-Gresaubach und Saarbrücken aus den 70er und 80er Jahren bekannt. Insgesamt meldeten sich in den Bistümern Trier und Speyer 167 Opfer, die als Kinder oder Jugendliche von einem katholischen Priester missbraucht wurden. In Trier wurden in den vergangenen fünf Jahren 114 Fälle gemeldet, in Speyer 53. Nicht alle Geistliche wurden zur Rechenschaft gezogen werden. Allein im Bistum Trier waren 37 Beschuldigte bereits gestorben.

Immer wieder zahlte die Kirche Entschädigungen an die Opfer. In Trier erhielten 79 Betroffene rund 400 000 Euro, in Speyer (33 Fälle) etwa 223 000 Euro. Nach abgeschlossenen Verfahren wurden überführte Geistliche von den Bistümern mit Zelebrationsverboten bis hin zu Entlassungen aus dem Klerikerstand bestraft. Die Arbeit sei noch lange nicht abgeschlossen, sagte jüngst der Trierer Bischof Stephan Ackermann , der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz. "Wir können unter dieses Thema keinen Schlussstrich ziehen."

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