100 Tage CDU-Chefin

Kramp-Karrenbauer schärft ihr Profil

Schritt für Schritt übernimmt CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer das Ruder von Angela Merkel. In enger Absprache mit der Kanzlerin. FOTO: dpa / Michael Kappeler

Berlin. An diesem Sonntag ist die Saarländerin seit 100 Tagen die Vorsitzende der Bundes-CDU — die Bilanz eines konsequenten Machtausbaus.

Vor 100 Tagen war es knapp. Mit rund 52 Prozent der Stimmen setzte sich Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem CDU-Parteitag in Hamburg im zweiten Wahlgang gegen Friedrich Merz durch. Seitdem ist sie Parteivorsitzende, eine der wichtigsten Funktionen, die man in der deutschen Politik innehaben kann. Wie sich AKK nach ihrer Wahl geschlagen hat – eine Bilanz.

Auftreten „Es Annegret“, wie die Frau hier im heimischen Saarland genannt wird, ist sich auch in Berlin treu geblieben. Bislang, denn der Politbetrieb in der Hauptstadt hat bislang jeden verändert. Partei­freunde betonen, sie sei sehr „nahbar“. AKK redet mit allen und hört zu. Als Zeichen der Kollegialität zog sie im Konrad-Adenauer-Haus nicht ins Büro der Vorsitzenden, sondern blieb eine Etage darunter, gleich neben dem Büro ihres „Generals“ Paul Ziemiak. Noch gibt es kaum Klagen über sie, stattdessen genießt die Chefin Anerkennung in allen Lagern der CDU. Selbst bei der Schwesterpartei CSU ist man „sehr zufrieden“ mit der Neuen.

Reden Sie hat sich mächtig gesteigert. Schon auf dem Parteitag im Februar vergangenen Jahres, als sie zur Generalsekretärin gewählt wurde, überraschte sie mit einem kämpferischen Auftritt. Als sie dann im Dezember in Hamburg für den CDU-Vorsitz gegen Friedrich Merz und Jens Spahn kandidierte, hielt sie die beste Rede der Bewerber. Und voll des Lobes waren Beobachter für ihren Auftritt beim politischen Aschermittwoch in Demmin – die Rede sei angriffslustig und gut aufgebaut gewesen. In Demmin trat sie ihren Kritikern wegen ihres Karnevalsscherzes über das dritte Geschlecht scharf entgegen.

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