Flüchtlinge in Spanien

Bund prüft mehr Kontrollen an Saar-Grenze

Roland Voss (GdP) fordert mehr Bundespolizisten im Grenzgebiet zu Frankreich. FOTO: gdp / GDP

Saarbrücken/Berlin. Immer mehr Flüchtlinge kommen in Spanien an. Weil viele von ihnen nach Deutschland wollen, gerät die Grenze zu Frankreich in den Fokus der Politik.

Angesichts der wachsenden Flüchtlingszahlen in Spanien wird in Deutschland die Forderung nach einer stärkeren Kontrolle der deutsch-französischen Grenze laut. Roland Voss, Vorstand der Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP), forderte gegenüber der SZ konkret eine Verstärkung der Kräfte in der Bundespolizeiinspektion Bexbach, die für das Saarland zuständig ist.

„Die Verlagerung der Flüchtlingsströme trifft auch das Saarland und die gesamte Westgrenze“, sagte Voss. Wenn man illegale Zuwanderung verhindern wolle, müsse die Bundespolizei im grenznahen Bereich stichprobenartige Kontrollen durchführen können. Das gehe aber nicht mehr in dem erforderlichen Umfang. Nach Berechnungen der GdP sei fast jede zweite Stelle an der Grenze unbesetzt. Bei der  Bundespolizeiinspektion Bexbach sei die operative Einsatzstärke unter 60 Prozent gefallen. „Ein nicht zu akzeptierender Kontroll- und Sicherheitsrückgang“, sagte Voss. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) müsse „endlich damit aufhören, die deutsch-österreichischen Grenzregion einseitig zu priorisieren.“

Auch die Bundesregierung stellt sich darauf ein, dass viele der nach Spanien kommenden Flüchtlinge  nach Deutschland weiterziehen wollen. „Wir befürchten, dass sich viele Migranten auf den Weg nach Frankreich, den Beneluxländern und Deutschland machen könnten“, sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Helmut Teichmann, der „Bild am Sonntag“. In diesem Fall „werden wir die Schleierfahndung und Kontrollen an der deutsch-schweizerischen und der deutsch-französischen Grenze verstärken.“

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