IHK-Studie

Saarländerinnen holen auf bei Berufstätigkeit

Die IHK stellt in ihrer Untersuchung fest, dass sich der Anteil an Frauen, die dem saarländischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, vom Jahr 2005 bis heute um 15 Prozent erhöht hat. (Symbolbild)FOTO: dpa / Patrick Pleul

Saarbrücken. Der Anteil berufstätiger Frauen im Saarland steigt inzwischen schneller als anderswo, zeigt eine Studie. Der IHK geht das nicht schnell genug.

Der Anteil berufstätiger Frauen im Saarland nimmt stark zu, doch im Vergleich zum Bund besteht weiter großer Aufholbedarf. Das ergibt eine neue Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes. Die Kammer forderte daher gestern gegenüber der SZ, die Zahl der Kindertagesstätten und gebundener Ganztagsschulen zu erhöhen, um Frauen den Berufseinstieg zu erleichtern. „Die Öffnungszeiten der Einrichtungen müssen sich nach den Arbeitszeiten der Eltern richten, nicht umgekehrt“, sagt IHK-Geschäftsführer Carsten Meier. Die neue Studie der IHK hält fest, dass eine gezielte Förderung der Berufstätigkeit von Frauen im Saarland die Lücke an Fachkräften schließen könne. Dazu gehöre  zwingend, dass sich die Saar-Unternehmen in ihren Arbeitszeitmodellen deutlich familienfreundlicher verhalten. Hierzu gehöre ein verstärktes Angebot an Teilzeit-Arbeitsmöglichkeiten.

Die IHK stellt in ihrer Untersuchung fest, dass sich der Anteil an Frauen, die dem saarländischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, vom Jahr 2005 bis heute um 15 Prozent erhöht hat. Damit beträgt die Frauen-Erwerbsquote in der Region 71,2 Prozent. Diese auf den ersten Blick hohe Dynamik täusche jedoch darüber hinweg, dass das Saarland wegen seiner stark durch die Historie geprägten Arbeitswelt aus dem Zeitalter von Kohle- und Stahl in der Erwerbstätigkeit von Frauen auch einen besonders hohen Nachholbedarf im Vergleich zu anderen Bundesländern hat. Das gelte insbesondere für ältere Jahrgänge. Zum Vergleich: Die Frauenerwerbsquote im Bund liegt derzeit bei 74 Prozent.

Aus der Sicht der IHK soll das Saarland versuchen, als Ziel bis ins Jahr 2025 die Frauenerwerbsquote auf das Bundesniveau zu steigern und bis 2030 auf die Höhe in skandinavischen Ländern. Dort erreicht die Frauen-Erwerbsquote am Arbeitsmarkt sogar einen Anteil von 82 Prozent. Skandinavien gilt nach Auskunft von IHK-Geschäftsführer Meier in der Frauenförderung im Berufsleben als besonders vorbildlich.

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