Katalonien

Milde ist wünschenswert

FOTO: SZ / Robby Lorenz

Es ist eine harte Probe für die unabhängige Justiz in Spanien. Angesichts der aufgeheizten Stimmung im Land in der Katalonien-Frage kann man nur hoffen, dass die Richter einen kühlen Kopf bewahren und milde Urteile fällen.

Ganz sicher wäre es nicht dienlich für die Lösung des Konfliktes, die Separatisten-Führer für Jahrzehnte ins Gefängnis zu schicken. Dadurch würden sich die Katalanen nur noch mehr von Madrid unterdrückt fühlen, die Separatisten dürften weiter an Zulauf gewinnen.

Stattdessen sollten Dialog und Kompromissbereitschaft endlich an erster Stelle stehen – und zwar auf beiden Seiten. Ministerpräsident Pedro Sánchez setzte zuletzt richtigerweise auf Gespräche mit den Katalanen über mehr Autonomie und finanzielle Zugeständnisse – brachte damit allerdings Zehntausende gegen sich auf die Straße. Umgekehrt weigerten sich die katalanischen Separatisten bisher, auf eine staatliche Unabhängigkeit zu verzichten. Alle Beteiligten müssen endlich begreifen, dass man mit Beharren auf Maximalforderungen in einer Demokratie keine Koflikte löst.

top