Hass-Mails gegen Politiker

„Sterben Sie endlich! - Anke, geh bügeln!“

Gerade Politiker sind häufig Zielscheibe von Hass im Netz. (Symbolbild)FOTO: picture alliance / dpa / Silas Stein

Saarbrücken/Hamburg/Berlin. Die Hemmschwelle sinkt, die Wortwahl ist schamlos und entwürdigend: Gerade Politiker sind häufig Zielscheibe von Hass im Netz. Prominente Vertreter aus dem Saarland berichten von teils erschütternden Erfahrungen.

„Scheißfotze“, „Kriegstreiberhure“, „dümmliches Stück Fleisch“: Wie scharfe Munition durchsieben die Stimmen den Saal. An der Leinwand hinter den Schauspielern prangt der blanke Hass. Eine Inszenierung, die von scharfer Zuspitzung lebt. Könnte man meinen. Doch das, was die Besucher des Hamburger Theaterfestivals am Sonntagabend zu sehen und zu spüren bekommen, hat nichts mit Fiktion oder Übertreibung zu tun. Der Inhalt ist echt. Es handelt sich um Auszüge aus E-Mails an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Grünen-Spitzenpolitiker Cem Özdemir (Grüne) und Außenminister Heiko Maas (SPD). Die Idee zu diesem „Chor des Hasses“ hatte „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Auch im Saarland wäre er für ein solches Theaterprojekt fündig geworden.

Der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD). FOTO: epd / Oliver Dietze

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