Landesjägermeister Schneider warnt

Waidmanns Ärger über Radfahrer

(Symbolbild) FOTO: dpa / A3250 Oliver Berg

Eppelborn. Der oberste Jäger des Saarlandes warnt vor illegalen Touren durch den Wald.

Beruflich sprach er bis zu seiner Pensionierung als Vorsitzender Richter Recht. Inzwischen engagiert sich Josef Schneider, Landesjägermeister im Saarland, ehrenamtlich für seine Passion, die Jagd. Ein SZ-Artikel über Fahrradtouren durch den Wald ging ihm jetzt sowohl als Jurist als auch als Waidmann gewaltig gegen den Strich. Darin war von Handy-Apps für Radler die Rede, mit denen sich angeblich die besten Wald-Routen durchs Unterholz finden lassen. Und jeder könne diese nachfahren, auch außerhalb der offiziellen Wege.

„Wer diesem Rat folgt, der muss sich unter Umständen wegen einer Ordnungswidrigkeit verantworten, die ihn mit Geldbußen von bis zu 5000 Euro teuer zu stehen kommen kann“, sagt Schneider. Dies sei im Waldgesetz für das Saarland klipp und klar geregelt: „Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig im Wald abseits von Straßen und Wegen Rad fährt oder reitet.“ Damit soll, erklärt der Landesjägermeister, der Wald als möglichst ungestörter Lebensraum für das Wild nicht zuletzt vor Mountainbikern abseits der Wege geschützt werden.

Ähnliches gelte übrigens auch für die Freunde des Geocachings (digitales Schatzsuchen), die mit GPS-Geräten auf der Suche nach verborgenen „Schätzen“ gelegentlich selbst die dichtesten Dickungen der Wälder durchstöbern. Schneider: „Solche Aktivitäten können als ein Nachsuchen des Wildes interpretiert werden, womit man sich ganz schnell eine Anzeige wegen Wilderei einhandeln kann. Und die kann selbst den ahnungslosesten Waldbesucher im schlimmsten Fall sogar hinter Gitter bringen.“

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