Bildung

Schulen in der Krise: Lehrer dringend gesucht

Stundenausfall, weil Lehrer fehlen. Vor allem Grundschulen, Förderschulen und ehemalige Hauptschulen in Deutschland schlagen Alarm. FOTO: dpa / Caroline Seidel

Berlin. Überraschend kommt es nicht: Deutschland leidet mehr und mehr unter Lehrermangel. An manchen Schulen fällt schon der Unterricht aus.

Angesichts eines teils massiven Lehrermangels schlagen Schüler, Eltern und Pädagogen Alarm. Sie beklagen schwere Versäumnisse in der Bildungspolitik und befürchten Nachteile durch Lücken im Unterrichtsstoff. Im neuen Schuljahr werde sich die bislang schon dramatische Situation vielerorts noch verschlimmern, sagen Experten. Lehrer fehlen demnach vor allem an Grundschulen, Förderschulen und ehemaligen Hauptschulen. Folgen des Mangels: Unterrichtsausfall, größere Klassen – und im schlimmsten Fall fehlen sogar Noten auf Zeugnissen.

„Ich rechne mit einer Verschärfung vor allem in den neuen Bundesländern und auch in den Stadtstaaten, insbesondere in Berlin“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger. „Aber auch in Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist die Unterrichtsversorgung auf Kante genäht.“ Bei Krankheitsausfällen werde es auch dort große Versorgungsengpässe geben. „Im Endeffekt sind die Kinder die Leidtragenden, weil sie keinen guten und vollständigen Unterricht bekommen“, sagte Meidinger. Das frustriere auch die Lehrer, da sie ihr Ziel, die Schüler bestmöglich zu fördern, nicht erfüllen könnten.

Tatsächlich seien die Zeiten vorbei, in denen sich die Schüler über Unterrichtsausfall vor allem freuten, sagte der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz (BSK), Hannes Leiteritz. Sie befürchteten vielmehr Nachteile für die nähere Zukunft – zum Beispiel bei Bewerbungen. „Weniger Unterricht heißt weniger Stoffvermittlung. Und der Stoff, der nicht vermittelt wird, kann auch in späteren Jahren nicht aufgeholt werden“, kritisierte der Abiturient aus Schleiz in Thüringen. „Es entstehen Lücken, die später nicht wieder geschlossen werden können, weil immer neuer Stoff nachkommt.“

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