Christliche Familie

Schulverweigerer scheitern in Straßburg

Dirk (Mitte) und Petra Wunderlich (2. v. li.) stehen mit ihren vier Kindern, Hund und den Rechtsbeiständen Mike Donnelly (3. v. li.) und Robert Clarke (2. v. re.) vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. FOTO: dpa / -

Straßburg. Kinder lernen am besten daheim – davon ist eine christliche Familie aus Hessen überzeugt. Die Behörden brachten die Kinder deshalb im Heim unter. Eine Verletzung der Menschenrechte?

Vehemente Schulgegner aus Hessen haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Niederlage erlitten. Das Straßburger Gericht sieht die Rechte der christlichen Familie durch die kurzzeitige Unterbringung ihrer Kinder im Heim nicht verletzt, wie aus einem gestern veröffentlichten Urteil hervorgeht (Beschwerdenummer 18925/15).

Das Paar aus der Nähe von Darmstadt hatte sich unter anderem aus religiösen Gründen geweigert, seine vier Kinder in die Schule zu schicken, und unterrichtete sie zuhause. Die Behörden holten die Kinder daraufhin 2013 aus der Familie und brachten sie für drei Wochen im Heim unter, um die Schulpflicht durchzusetzen. Die Eltern sehen dadurch ihr Menschenrecht auf Familienleben verletzt. Die Tür ihres Hauses sei damals mit einem Rammbock geöffnet, die Wohnung „gestürmt“, die Eltern zur Seite gestoßen und die Kinder „weggezerrt“ worden, sagte der Vater vor knapp zwei Jahren bei einem Besuch in Straßburg.

Der Staat habe kein Recht, Kinder wegen Heimunterrichts aus ihren Familien zu „entführen“, sagte er nun laut einer Pressemitteilung der konservativ-christlichen gemeinnützigen Organisation ADF International, die die Familie in dem Verfahren unterstützte. „Wir haben uns entschieden, unsere Kinder zuhause zu unterrichten, weil wir glauben, dass das die beste Umgebung für sie ist, um zu lernen und zu gedeihen.“

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