SPD-Parteitag

Schulz vor der Groko-Probe

Der SPD-Parteivorsitzende, Martin Schulz.FOTO: Kay Nietfeld / dpa

Berlin. Ganz Deutschland und halb Europa schauen auf die SPD. Gibt der Parteitag grünes Licht für Gespräche mit der Union?

Dieses Parkett ist für Martin Schulz ungefährlicher als der nahende Parteitag. Im Atrium des Willy-Brandt-Hauses sitzen prominente Sozialdemokraten aus ganz Europa. Schulz, der langjährige EU-Parlamentschef, kennt sie alle. Fließend parliert er auf Französisch und Englisch, bittet um Verständnis, dass er noch nichts aus seiner Parteitagsrede verraten kann und überhaupt gleich wieder weg muss. Die Welt und Europa seien zwar gerade in Unordnung: „Aber die SPD-Parteiführung hat auch viel zu tun.“ Das ist eine schöne Untertreibung.

Denn nicht nur die Republik, sondern halb Europa schaut heute auf die SPD. Rafft sich die malade 20-Prozent-Volkspartei noch einmal in Richtung Groko auf? Oder wird sie nur eine Merkel-Minderheitsregierung dulden in der Hoffnung, die ewige Kanzlerin werde dann im Bundestag endgültig aufgerieben?

Auf dem Weg zum Lift schüttelt Schulz noch kurz Sigmar Gabriel die Hand. Der Außenminister hat aufmerksam der Rede seines mächtig unter Druck stehenden Nachfolgers an der Parteispitze gelauscht. Gabriel wäre für Schulz in diesen Stunden, wo in den oberen Etagen des Willy-Brandt-Hauses alle wichtigen Genossen über den Schlachtplan für den Parteitag reden, eigentlich der beste Ratgeber.

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