Spezialeinheiten im Einsatz

Terror-Verdacht: Saar-Polizei setzt vier Syrer fest

In Saarlouis-Roden nimmt die Polizei am Donnerstag terrorverdächtige Syrer fest.FOTO: BeckerBredel

Saarlouis/Eppelborn/Homburg. Zum ersten Mal haben Spezialeinheiten im Saarland mutmaßliche Mitglieder der IS-Miliz festgenommen, die als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland kamen.

Spezialeinheiten der Polizei haben im Saarland bei mehreren Einsätzen insgesamt vier Syrer festgesetzt. Sie stehen im Verdacht, einer ausländischen terroristischen Vereinigung anzugehören.

Die Ermittler schlugen zunächst nach Informationen eines Polizeisprechers am Donnerstagabend in Saarlouis-Roden zu, wo sie Hussein A. (23) und Mamar A. (27) festnahmen. Dem 23-Jährigen wird vorgeworfen, in Deutschland Kämpfer für den syrischen Bürgerkrieg rekrutieren zu wollen. Dabei soll er im Auftrag der verbotenen Terrormiliz Ahrar Al-Sham tätig gewesen sein. Dieser salafistischen Splittergruppe gehören bis zu 20 000 Kämpfer an, wie der Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer mitteilt. Sie wollen in Syrien einen islamischen Staat errichten. Ein Mitarbeiter einer Flüchtlingsunterkunft in Neustadt an der Weinstraße hatte die Ermittler auf die Spur gebracht. Er habe den 23-Jährigen in einem Internetvideo erkannt, in dem er sich mit Granaten und Kriegswaffen in Kampfuniform gezeigt habe.

Gleichzeitig zum Einsatz in Saarlouis schnappten Spezialeinheiten in Eppelborn-Dirmingen den dritten mutmaßlichen Komplizen, Mohasem A. (21). Er und der 27-Jährige sollen in Syrien Mitglieder des Terrornetzwerkes Islamischer Staat (IS) gewesen sein. Zwar würden zwei der Festgenommenen als „islamische Gefährder“ eingestuft. Aber konkrete Anschlagspläne in Deutschland sollen alle drei nicht gehabt haben. Mittlerweile sitzen sie getrennt voneinander in unterschiedlichen rheinland-pfälzischen Gefängnissen.

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