Wandel in der Autoindustrie

Umstieg auf Elektroautos bedroht über 110 000 Jobs

(Symbolbild).FOTO: dpa-tmn / Hendrik Schmidt

Saarbrücken/Nürnberg. Je mehr Elektroautos, desto weniger Arbeitsplätze in der Fahrzeugbranche. Das ergab eine Studie. Im Saarland sehen Experten aber keinen Grund zur Panik.

Der Umstieg auf Elektroautos wird einer Studie zufolge langfristig rund 114 000 Arbeitsplätze in Deutschland kosten. Vor allem im Fahrzeugbau würden mit 83 000 die meisten Jobs wegfallen, geht aus einer gestern veröffentlichten Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Der Grund: Elektroantriebe sind weniger komplex. Um sie zu bauen, braucht die Autoindustrie weniger Arbeitskräfte. Die Studie stützt sich auf die Annahme, dass in Deutschland der Marktanteil von Elektroautos bis 2035 bei 23 Prozent liegen wird. Derzeit sind es erst 1,9 Prozent.

Mehr als 800 000 Menschen sind aktuell in der deutschen Autobranche beschäftigt. Im Saarland hängen nach Angaben der Industrie-und Handelskammer (IHK) 44 000 Jobs direkt oder indirekt mit dem Fahrzeugbau zusammen. 20 000 entfallen auf die Produktion von Teilen für die Antriebe klassischer Benzin- und Diesel-Autos.

Trotz dieser Prognose macht sich Carsten Meier, IHK-Geschäftsführer für Standortpolitik, keine akuten Sorgen um Arbeitsplätze im Saarland. „Die Studie geht davon aus, dass die Gesamtzahl aller verkauften Fahrzeuge in etwa gleich bleibt. Der weltweite Automobilmarkt wird aber weiter wachsen“, sagte er. Die Kammer rechnet vor, dass von 120 Millionen Neuzulassungen im Jahr 2030 – derzeit 92 Millionen – rund drei Viertel konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und Hybride sein werden.

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