Tornado in der Eifel

Aufräumen im Dauerregen

Ein Tornado hat in Roetgen fast 40 Gebäude beschädigt und einen Millionenschaden angerichtet. Im strömenden Regen versuchen die Betroffenen nun, das Chaos zu beseitigen.

Wenn dieser Regen nur mal endlich aufhören würde! Die Menschen in der Hauptstraße in Roetgen, die ein Tornado am Mittwoch mit verheerender Kraft heimgesucht hat, sind nun wirklich genug geschlagen. Etliche von ihnen haben kein Dach mehr über dem Kopf oder zumindest erhebliche Schäden unterm Giebel – und nun am Tag danach auch noch dieses Sauwetter: nass, kalt, stürmisch.

Marina Albrecht steht am Donnerstagvormittag in der Haustür und schaut auf die Straße: überall Dachziegel, Regenrinnen, Blumentöpfe, Dachlatten, Reste von Dämmwolle, Trümmerteile aller Art . . . Sie wohnt im Haus Nummer 163. Am Mittwochnachmittag saß sie auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer und sah sich die Biathlon-Wettkämpfe im Fernsehen an. „Ich habe dann plötzlich so komische Geräusche gehört, ein Pfeifen, das immer lauter wurde.“ Sie habe das etwas eigenartig gefunden und die Terrassentür aufgemacht. „Da kommt der Tornado auf mich zu. Ich habe ihn gesehen. Es war ein grauer Wirbel, und er kam ganz schnell. Äste flogen durch die Luft.“ Angst habe sie nicht gehabt, aber sie sei sofort in den Keller gerannt. „Da war es schon vorbei. Das Ganze hat nur 20 bis 30 Sekunden gedauert. Dann war es wieder still.“

Albrecht ging wieder hoch und war beruhigt; es schien alles in Ordnung. Aber in den oberen Stock war sie da noch nicht gegangen, sondern erstmal aus dem Haus. „Draußen habe ich dann die Gardinen gesehen, die aus den zerbrochenen Fenstern im ersten Stock flatterten.“ Feuerwehr und Technisches Hilfswerk seien sehr schnell an der Unglücksstelle gewesen. Und rasch war auch klar, dass sie und ihr Mann das Haus verlassen müssen, weil die Starkstromleitung auf das Dach gefallen war. Die Arbeiten, um erst einmal eine provisorische Leitung zu legen, laufen am Donnerstag auf Hochtouren; die Anwohner warten auf Strom.

top