Wintersport

Skisport am Erbeskopf bald Schnee von gestern?

Allein am vergangenen Wochenende kamen laut Betreiber 20 000 Gäste zum Erbeskopf. FOTO: dpa / Harald Tittel

Hilscheid. Die Kritik am Erbeskopf wächst: zu teuer, zu umweltschädlich, nicht zukunftsfähig. Doch der Betrieb in dieser Saison brummt.

Die einen lieben ihn, die anderen stehen ihm kritisch gegenüber: dem Wintersport am Erbeskopf. Pünktlich zur Eröffnung der Saison fallen die Skifahrer und Snowboarder an der höchsten Erhebung in Rheinland-Pfalz in Scharen ein – allein am Wochenende waren laut Betreiber 20 000 Gäste am Erbeskopf. Und zum selben Zeitpunkt melden sich die Kritiker zu Wort. Der Sport sei umweltschädlich, zu teuer und ohnehin nicht zukunftsfähig. Aber wie stellt sich der Sachverhalt tatsächlich dar?

Nicht zukunftsfähig? Häufig stellen Kritiker wegen des Klimawandels den Wintersport in der Region komplett infrage. In den vergangenen 20 Jahren sind die „Temperaturen in Rheinland-Pfalz im Winter um ein bis eineinhalb Grad Celsius gestiegen“, sagt Meteorologe Dominik Jung. Schnee werde es auch in den nächsten 20 Jahren noch geben, ist Professor Günther Heinemann vom Fachbereich für Umweltmeteorologie an der Universität Trier, überzeugt. Allerdings: „Die Schneemenge wird zurückgehen.“

Auch am Erbeskopf? Zumindest Klaus Hepp, Betriebsleiter am Erbeskopf, geht davon aus, dass künftig durchschnittlich 30 Lift-Tage pro Saison erreicht werden – womöglich mit weniger Natur- und mehr technischem Schnee. Möglicherweise müsse man dann auf modernere Anlagen umrüsten, die auch bei wärmeren Temperaturen Schnee produzieren. Derzeit sei das erst ab rund vier Grad minus sinnvoll. Der Erbeskopf sei das höchste Skigebiet im Land. Wo solle Wintersport denn sonst sinnvoll sein? Im Übrigen werde der Erbeskopf mit Kletterpark, Biketrails, Saar-Hunsrück-Steig und Nationalparktor ja längst ganzjährig besucht. Sommerrodler und Mountainbiker nutzen bereits in der warmen Jahreszeit die Lifte.

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