Blieskastel

Mehr Sicherheit für Versorgungsnetze

Auch ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Niederwürzbach mit 2500 Liter Wasser war nach der Wasserrohrbruch Anfang August an einem Bauernhof zur Tierversorgung mit dem Webenheimer Faltbehälter im Einsatz. FOTO: Lars Germann/Feuerwehr Blieskastel

Blieskastel. Die Blieskasteler Stadtratsfraktion der CDU fordert in der Barockstadt eine verbesserte Nofallplanung der Trinkwasserversorgung. Hintergrund ist ein Ausfall von Leitungen im August, als eine Hauptleitung defekt war.

Die Stadtwerke Bliestal müssen ihre Notfallplanung für die Trinkwasserversorgung nacharbeiten. Das hat die Blieskasteler CDU-Stadtratsfraktion gefordert. Auf Antrag der CDU hatte sich der Stadtrat im Oktober mit dem Ausfall der Trinkwasserversorgung Anfang August und den Konsequenzen für die Zukunft beschäftigt. Das Ergebnis: Einen funktionierenden gemeindeübergreifenden Notfallplan gebe es noch nicht. Die CDU sehe die technische Abteilung der Stadtwerke hier in der Pflicht. Auslöser für die Initiative der CDU sei der schwere Ausfall der Trinkwasserversorgung Anfang August gewesen, wie die Partei weiter mitteilt. Eine geborstene Hauptleitung der Stadtwerke Saarbrücken bei Erfweiler-Ehlingen brachte das gesamte System der umliegenden Wasserversorger durcheinander (wir berichteten). Die Zusammenhänge und ihre Auswirkungen im gesamten Bliestal hätten alle Beteiligten in ihrem Ausmaß überrascht, ist sich die CDU sicher. Der Bericht der Geschäftsführung im Ausschuss des Stadtrats sei für die CDU noch nicht zufriedenstellend gewesen. Die Erkenntnisse aus dem Ereignis müssten zeitnah in einem gemeindeübergreifenden Notfallplan verarbeitet werden. Insbesondere für die verschiedenen Versorger und ihr Zusammenspiel mit Krisenstäben brauche es einen solchen Notfallplan – und zwar vor dem nächsten Hochsommer. Die Fraktion unterstütze damit eine frühere Initiative von Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU), die Aufsichtsratschefin der Stadtwerke ist. Für die CDU habe die Sicherheit der Versorgungsnetze – ob Wasser, Gas oder Strom – höchste Priorität. „Auch mit Blick auf die zunehmenden Gefahren durch Cyber-Kriminalität und Hackerangriffe müssen alle Vorkehrungen getroffen werden“, erklärte CDU-Fraktionschef Holger Schmitt. Der Bruch einer einzigen Leitung habe schließlich drastisch vor Augen geführt, „wie verwundbar unsere Infrastruktur ist und wie schlecht die Versorger auf die Situation vorbereitet waren. Die CDU wird das Thema im ersten Quartal daher erneut auf die Tagesordnung setzen“, heißt es abschließend.

Unterdessen hat die Telekom den Glasfaser-Ausbau in Blieskastel gestartet. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, würden in einigen Stadtteilen gerade Leitungen verlegt. Aber nicht etwa durch die Stadtverwaltung. Die Deutsche Telekom sei hier vielmehr zugange, sie habe kürzlich mit den Arbeiten zur Versorgung mit schnellem Internet begonnen. Die Planungen in den Ortsteilen Alschbach, Altheim, Aßweiler, Ballweiler, Bierbach, Biesingen, Blickweiler, Böckweiler, Brenschelbach, Lautzkirchen, Mimbach, Niederwürzbach, Seelbach, Webenheim, Wecklingen und Wolfersheim seien nach Aussage der Telekom bereits abgeschlossen. Seit kurzem würden nun die Bauarbeiten laufen. Rund 54 Kilometer Glasfaser und 30 Verteiler sorgen nach dem Ausbau für höhere Bandbreiten, kündigt das Unternehmen an. Das maximale Tempo beim Herunterladen steige dann auf bis zu 100 MBit/s. Damit habe der Kunde einen Anschluss, der alle Möglichkeiten für digitale Anwendungen biete, von Video-Streaming, Gaming bis hin zu effizientem Arbeiten von zu Hause aus. Der Anschluss eigne sich auch für Technologien wie Virtual Reality, Telemedizin und Smart Home. Rund 1100 Haushalte profitieren nach Angaben des Telekommunikationsriesen vom aktuellen Ausbau in Blieskastel, rund 10 000 weitere sollen 2019 ans Netz gehen. „Ich freue mich, dass die Arbeiten in Blieskastel nun starten“, so Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. „Schnelle Internetverbindungen sind aus dem Leben unserer Bürgerinnen und Bürger nicht mehr wegzudenken – privat und geschäftlich. Sie sind ein wichtiger digitaler Standortvorteil.“

Bruno Stolz, Regionalmanager der Deutschen Telekom, verspricht: „Wir treiben den Ausbau zügig voran. Die Beeinträchtigungen für die Anwohner halten wir so gering wie möglich. Wir gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten vor.“ Bei den Verlege-Arbeiten, die teilweise die vorhandene Infrastruktur nutzen, kämen heutzutage neue, effiziente Verlege-Methoden zum Einsatz, wie Stolz erklärt. Etwa durch das sogenannte „Trenching“, das Fräsarbeiten und Kabelverlegungen im Fahrbahnrand möglich mache. Eine Verlegung im Abwasserkanal werde durch „Fasten“ ermöglicht und beim „Spülbohren“ handele es sich um eine gelenkte Bohrung über 300 bis 400 Meter, deren Einsatz eine Belastung für etwaige Anlieger so gering wie möglich halten soll.

top