Anschuldigungen gegen den Kulturamtsleiter

Hochrangiger Homburger Ressortleiter

Anschuldigungen gegen den Kulturamtsleiter

Teile des Römermuseums in Schwarzenacker mit dem Edelhaus. Foto: Thorsten Wolf/SZFOTO: Thorsten Wolf/SZ

Homburg. Es geht um die Beschäftigung und die getätigten Arbeiten der Ehefrau von Klaus Kell in der Stiftung Römermuseum.

Erneut muss sich ein hochrangiger Ressortleiter der Stadt Homburg mit anonymen Anschuldigungen auseinander setzen. Diesmal geht es um den Vorwurf der Scheinbeschäftigung. In einem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt und auch dem Landesverwaltungsamt als Kommunalaufsicht zugestellt wurde, wird dem Leiter des städtischen Kulturamtes, Klaus Kell, vorgeworfen, er habe über mehrere Jahre seine Ehefrau bei der stadteigenen Stiftung Römermuseum beschäftigt, deren Geschäftsführer er in Personalunion ist. Kells Gattin habe dabei monatlich ein Gehalt von 400 Euro eingestrichen, aber weder für die Stiftung noch für die Stadt etwas getan. Der Stadt seien alles in allem Kosten von insgesamt 24 000 Euro entstanden. Außerdem wird dem Kulturamtsleiter in dem anonymen Brief vorgeworfen, er habe einen städtischen Arbeitstrupp privat auf dem Gelände seiner Schwiegereltern in Bruchhof eingesetzt.

Die Stadt bestätigte am Freitag auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Gattin des Kulturamtsleiters bei der Stiftung Römermuseum auf 400-Euro-Basis beschäftigt gewesen sei - und zwar von 2010 bis Sommer 2016. Ihr Aufgabengebiet habe die wissenschaftliche Begleitung, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit umfasst, sie habe also sehr wohl Arbeiten verrichtet, wie Stadtpressesprecher Jürgen Kruthoff unterstrich. Allerdings habe Klaus Kell seine Frau, eine studierte Germanistin, nicht selbst eingestellt, wie es in dem Schreiben heißt, sondern sei dies vom Vorstand der Stiftung beschlossen worden, nämlich vom damaligen Oberbürgermeister Karlheinz Schöner und Ex-Landrat Clemens Lindemann. Im Jahr 2010 gab es bekanntlich noch große Pläne für das Römermuseum, das deutlich ausgebaut und damit attraktiver gestaltet werden sollte. Später kam alles anders, die Sparmaßnahmen im Zuge des Sanierungshaushaltes der Stadt trafen die römischen Ausgrabungen in Schwarzenacker hart, der Rotstift wurde angesetzt. Kruthoff: "Frau Kell hat das Beschäftigungsverhältnis im Sommer 2016 von sich aus gekündigt."

Der Stadtpressesprecher widerspricht dem weiteren Vorwurf des anonymen Briefeschreibers, der Kulturamtsleiter haben den städtischen Bautrupp auf das Gelände seiner Schwiegereltern geschickt, um private Arbeiten zu erledigen. Es habe sich nicht um einen städtischen Bautrupp gehandelt, sondern um eine Arbeitsgruppe der Stiftung Römermuseum. Diese sei auch nicht für eine Tätigkeit im privaten Bereich beauftragt worden, sondern um nach einem Sturm einen stark frequentierten öffentlichen Wanderweg von umgestützten Bäumen und abgebrochenen Ästen zu befreien. Im Zuge der Arbeiten sei auch ein umgeknickter Baum auf dem angrenzenden Gelände von Kells Schwiegereltern entdeckt und entfernt worden. Kruthoff: "Hier handelte es sich um einen Einsatz von wenigen Minuten, die durch die Anwesenheit der Mitarbeiter vor Ort kaum einen zusätzlichen Aufwand bedeuteten. So etwas hätten sie auch jederzeit für andere Bürger gemacht".

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