Baumfällaktion am Schlossberg

Fliegende Bäume über Homburg

Baumfällaktion am Homburger Schlossberg FOTO: Thorsten Wolf

Homburg. Die 35 000 Euro teure Baumfällaktion mittels Hubschrauber auf dem Homburger Schlossberg ist am Montag angelaufen. Die ersten der zu entsorgenden 65 Bäume werden auf dem alten FCH-Sportplatz zwischengelagert.

Schon seit langem im Planung und dann witterungsbedingt kurzfristig doch noch einmal verschoben: Man mochte fast meinen, der Homburger Schlossberg gebe nur sehr widerwillig rund 65 seiner Bäume her. Am Montagnachmittag war es dann aber endlich soweit, per Hubschrauber konnten die ersten Bäume oberhalb des großen Bruchs auf der stadtseitigen Flanke des Schlossbergs entnommen werden. Zum Hintergrund: Der große Bruch im Homburger Schlossberg wird vom zuständigen Bergamt als Aufsichtsbehörde schon seit langem als so genannter Tagbruch eingestuft. Als einen solchen bezeichnet man einen Bergschaden, der bis an die Erdoberfläche (in der Bergmannssprache Tag genannt) durchbricht. Dort wird der Schaden oft durch Risse oder kraterähnliche Einsturztrichter, so genannte Pinge, sichtbar.

Tagbrüche wie der am Homburger Schlossberg treten in der Regel durch den Einsturz alter, nicht verfüllter Stollen, Schächte oder Höhlen auf. Das Problem im Homburger Fall war dabei allerdings nicht die einsturzgefährdete Stelle an sich, ist diese doch laut Stadt mit genügend Gesteinsmassiv vom Besucherbereich der Schlossberghöhlen getrennt. Es bestand vielmehr die Gefahr, dass vor allem die großen Bäume in der nur noch recht dünnen Deckschicht des Bruchs auf Sicht ihren Halt verlieren und unkontrolliert den Hang hinabstürzen. So kam es zum Entschluss, dort die betreffenden Bäume zu entnehmen. War zuerst eine Fällung per Kran angedacht, erwies sich diese angesichts der Situation vor Ort als wenig sinnvoll. So kam es zum Einsatz eines Helikopters, die österreichische Spezialfirma Wucher kam ins Spiel. Waren die für den Abtransport der Bäume vom Schlosshang weg in Richtung alter FCH-Sportplatz auf dem Schlossberg als Ablageplatz verantwortlich, lag es in der Zuständigkeit des Marpinger Unternehmens „Die Baumpfleger“, für die ordnungsgemäße Zerteilung der bis zu 25 Meter hohen Bäume zu sorgen. Martin Biehl, zusammen mit Thomas Wagner Geschäftsführer des Unternehmens, zu den Herausforderungen des Einsatzes: „Man darf das Gelände nicht betreten, es ist auch entsprechend abgesperrt. Zudem herrscht eine große Hanglage.“ Zuerst habe man mit dem Gedanken an den Einsatz eines Kranes gespielt. Dies sei, so Biehl, aber nicht möglich gewesen, „weil der Standort hier oben viel zu klein ist. Es gab also nur die Variante, die Bäume mit dem Heli auszufliegen.“ Dies bringe zudem den Vorteil, dass man keine Last auf den einsturzgefährdeten Bruch bringe, „die Bäume werden nach oben ausgeflogen, Stück für Stück.“

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