Grüne: St. Ingberts Einzelhandel unter Druck

St Ingbert. Durch neue Projekte in Nachbarstädten drohen St. Ingbert hohe Verluste bei der Kaufkraft. Für die Grünen heißt das: Die Stadt muss sich wehren.

Die St. Ingberter Grünen sehen den Bestand des inhabergeführten Einzelhandels in St. Ingbert durch den zunehmenden Kauf der Bürger über das Internet bereits jetzt kritisch. Deshalb hat die Grünen-Stadtratsfraktion die Stadtverwaltung aufgefordert, gegen die Bebauung des Enklerplatzes in Homburg mit einem Einkaufszentrum von 16 500 Quadratmeter Verkaufsfläche zu klagen. Dieser Konsumtempel habe nicht nur Auswirkungen auf die Innenstadt von Homburg, sondern auch auf den Einzelhandel der umliegenden Gemeinden. Alleine für St. Ingbert müsse durch das neue Einkaufscenter in der Kreisstadt mit einem Abfließen von zehn Prozent der Kaufkraft gerechne, so Adam Schmitt, Beigeordneter und Stadtratsmitglied, in einer Mitteilung.

Der "Supergau" für den Einzelhandel in St. Ingbert drohe nun durch die Planungen eines großen Globus-Marktes in Neukirchen Betzenhölle und zwei neue große Möbel-Märkte von Möbel Martin am Osthafen in Saarbrücken und beim Outlet Center Zweibrücken. Durch diese Vorhaben im Umkreis werde die Mittelstadt geradezu "eingekessel", wie es Schmitt am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt formulierte. Bei Realisierung dieser vier Großprojekte sei mit einem Abfluss von Kaufkraft aus St. Ingbert von über 25 Prozent zu rechnen, glaubt Schmitt. Solche Einbußen bedrohten viele Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt von St. Ingbert in ihrer Existenz. Inzwischen sei der St. Ingberter Einzelhandel aus Sicht der Grünen aber aufgewacht und der Verein für Handel und Gewerbe fordere jetzt eine klare Position der Stadtverwaltung gegen diese Großprojekte. Nach Auffassung der Stadtratsfraktion der Grünen ist eine klare Positionierung der Verwaltungsspitze "seit Monaten überfällig".

Dazu Adam Schmitt wörtlich: "Seit vielen Jahren bemüht sich der Stadtrat, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Diese Bemühungen sind zum Scheitern verurteilt, wenn die Landesplanung ihre eigenen Grundsätze verrät. Denn dort ist bekannt, dass das Saarland bereits jetzt eine sehr hohe Einzelhandelsfläche pro Einwohner hat und nur noch in Einzelfällen Bedarf für die Nahversorgung besteht."

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