Heinrich Wellner

Heinrich Wellner hilft Menschen in Sri Lanka

Das mittlerweile 200. mit von Heinrich Wellner gesammelten Spenden gebaute Haus konnte in Sri Lanka an eine Familie übergeben werden.FOTO: Manfred Klimbingat

St. Ingbert. Der St. Ingberter hat inzwischen mit Spenden bereits 200 Häuser auf der Insel an der Südspitze Indiens bauen lassen.

Manchmal nimmt das Leben seltsame Wendungen. Als er im Frühjahr 1997 seinen ersten Urlaub in Sri Lanka machte, hätte der St. Ingberter Heinrich Wellner nicht gedacht, dass er 21 Jahre später eben dort das 200. Haus an seine glücklichen Besitzer übergeben würde. Angefangen hat die Geschichte mit der Begegnung mit einem armen Fischer, der weder lesen noch schreiben konnte. Ein eigenes Boot für den Mann, dafür hat Wellner Geld gesammelt – gebettelt, wie er sich heute noch an diese schweren Anfänge erinnert. In den folgenden Jahren hat er jedes Jahr mehrere hundert Kilogramm Hilfsgüter in Deutschland gesammelt und nach Sri Lanka transportiert.

Eine neue Dynamik bekam die Geschichte durch den Tsunami im Dezember 2004, der in der ihm mittlerweile sehr vertrauten Region schwere Schäden angerichtet und viele Menschen getötet, verletzt oder zumindest obdachlos gemacht hatte. Heinrich Wellner hatte wenige Wochen zuvor angefangen, die ersten Steinhäuser für Bedürftige zu bauen. Die Hilfsbereitschaft und damit einhergehend auch die Spendenbereitschaft in St. Ingbert ging weit über seinen Bekanntenkreis hinaus und so konnte er im Folgejahr 2005 alleine schon 14 weitere Häuser übergeben. Es sind dies keine Häuser im europäischen Sinne, es handelt sich vielmehr um größere Hütten. Sie sind aber aus Stein gemauert und halten auch einem Sturm stand. Was die Palmhütten, in denen der ärmere Teil der Bevölkerung häufig unter unwürdigen Bedingungen hausen muss, nicht schaffen können. In der Regel bleibt der Rentner bei seinen Reisen, die er natürlich komplett aus eigener Tasche finanziert, für sieben Wochen vor Ort. Da diese Zeit angefüllt ist mit vielen Ereignissen und Erlebnissen, die er zunächst einmal für sich selbst verarbeiten muss, hat er angefangen, Tagebuch zu schreiben. In den ersten Jahren hatte er noch keinen Laptop, er hatte auch noch nie auf einer Schreibmaschine geschrieben. So hielt er abends die Ereignisse des Tages auf einem Stück Papier fest. Seit 2007 veranstaltet er zweimal im Jahr einen Flohmarkt in St. Ingbert vor der Engelbertskirche. Vielfach rufen ihn Leute aus dem ganzen Saarland an, die ihm kostenlos Sachen für seinen Flohmarkt anbieten. Diese muss er abholen, sortieren, entsprechend lagern und transportieren. Da dies trotz der rund 25 Helfer auch körperlich für den mittlerweile 82-Jährigen sehr anstrengend ist, hat er sich entschlossen, den Flohmarkt ab 2019 nicht mehr durchzuführen. Er ist sehr froh, dass künftig seine Schwiegertochter Beate Wellner das übernehmen wird. Seit einigen Jahren bekommt er während seiner Aufenthalte immer Besuch von interessierten Mitbürgern aus Deutschland. Mit ihnen besucht er die Grundsteinlegungen der Häuser, sie dürfen Hausübergaben erleben oder Hilfsgüter in einem Behindertenheim übergeben. Er freut sich stets sehr über das Interesse seiner Schützlinge, aber diese Tage sind für ihn auch die anstrengendsten während seines Aufenthaltes.

Ein weiteres der vielen Steinhäuser, die Heinrich Wellner in Sri Lanka errichten ließ. FOTO: Heinrich Wellner
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