Masern

Saar-Parteien wollen bundesweite Impfpflicht

FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand

Saarbrücken . Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will im Mai Pläne für Pflichtimpfungen vorlegen. Aus dem Saarland kommt Unterstützung – um so Kinder zu schützen.

Saarländische Politiker unterstützen mehrheitlich die baldige Einführung einer Impfpflicht gegen hochansteckende Krankheiten wie Masern. CDU, SPD und AfD sprachen sich für eine bundeseinheitliche Regelung aus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will im Mai konkrete Vorschläge vorlegen. Ob es dabei nur um Masern geht oder auch um andere Krankheiten wie Mumps und Röteln, ließ sein Ministerium offen.

Die CDU-Fraktion im Landtag sprach sich am Montag klar für eine Impfpflicht gegen Masern aus. Fraktionschef Alexander Funk sagte, es sei nicht nachvollziehbar, wenn Eltern ihre Kinder nicht impfen ließen. Denn die Schäden könnten zu groß sein, und auch andere Kinder würden gefährdet. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) dringt auf eine schnelle Regelung. „Eine Pflicht ist natürlich ein Freiheitseingriff, aber ich halte das für gerechtfertigt, weil die Weigerung, ein Kind impfen zu lassen, zu einer Bedrohung der Gesundheit vieler weiterer Kinder führt.“ Die AfD hält Aufklärungskampagnen für nicht ausreichend und fordert Geldstrafen bei Verstößen gegen die Impfpflicht. Die Linke riet aber, zunächst rechtliche Fragen abzuklären, anstatt die Impfpflicht schnell zu beschließen und dann Gerichtsprozesse zu riskieren.

Saar-Ärztepräsident Dr. Josef Mischo hatte zuletzt Zweifel an einer Impfpflicht geäußert, da er sie für kaum durchsetzbar hielt. Um Impflücken zu schließen, seien ein nationales Impfregister oder Aufklärungskampagnen besser geeignet. Ein größeres Problem sei der Impfstatus von Erwachsenen. Als Voraussetzung für die Ausrottung der Krankheit sieht die Weltgesundheitsorganisation eine Immunität von mehr als 95 Prozent in der Bevölkerung. 2018 gab es laut Robert-Koch-Institut in Deutschland 543 Masern-Fälle.


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