Perl

Bundespolizei in Perl unterbesetzt

Der Neujahrsempfang der Bundespolizei in Perl hat Tradition: Inspektionsleiter Polizeidirektor Ralf Leyens (links), hier zusammen mit  seinem Stellvertreter, dem ersten Polizeihauptkommisaar Thomas Antonius Stauter (Mitte)  und dem Perler Bürgermeister Ralf Uhlenbruch, konnte dazu zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und  benachbarten Dienststellen aus dem In- und Ausland begrüßen. FOTO: Ruppenthal

Perl. Helma Kuhn-Theis: Dieses Jahr kommen 50 Beamte mehr ins Saarland. Gewerkschafter Roland Voss widerspricht der Zahl.

Wird die Bundespolizei im Saarland um mindestens 50 Beamte verstärkt oder nicht? Kurz vor dem Besuch von Bundesinnnenminister Horst Seehofer im Saarland Ende Oktober hatte Saar-Innenminister Klaus Bouillon (CDU) erklärt, dass ihm hierfür schriftlich die Zusage von Seehofer vorliege. Dass in diesem Jahr 50 Polizisten ins Saarland kämen, verkündete auch die CDU-Landtagsabgeordnete Helma Kuhn-Theis beim Neujahrsempfang der Bundespolizei im Haus der Sicherheit in Perl. Diese Zahl habe ihr Bouillon in einem Gespräch genannt. Dies aber bestritt Roland Voss von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die Zahl von 50 Beamten kann nach seinen Worten niemand bestätigen – weder das Bundespolizeipräsidium in Potsdam noch das Bundesinnenministerium. Der Gewerkschafter sprach von 15 Beamten, die im März ins Saarland kommen sollen,  im Herbst soll eine Handvoll weitere folgen.

Ziehe man die Leute ab, die in diesem Jahr in Ruhestand gingen, so fehlten rund 100 Beamte an der  Saar, sagte Voss am Rande des Treffens gegenüber der SZ. Derweil hegt Ralf Leyens, seit 22. Oktober Leiter der Bundespolizei im Saarland, die „vorsichtige Hoffnung“ dass in Perl ein bis zwei Beamte mehr Dienst schieben können. Zurzeit arbeiteten in Perl „real 14 Beamte“, sagte er auf SZ-Anfrage. Für den 58-Jährigen, der Mitte Dezember offiziell ins Amt eingeführt worden war, war der Neujahrsempfang eine Premiere.

„Perl ist das schönste Revier der Bundespolizeidirektion Koblenz“, schwärmte Leyens von dem Gebäude in der Bahnhofstraße und hatte die Sympathie der Leute von der Obermosel auf seiner Seite. Er lobte die gute Zusammenarbeit seiner Leute mit der Landepolizei. Die Perler Dienststelle der Polizeiinspektion Merzig war im Oktober 2016 in das ehemaligen „Mutterhaus“ von Kohlpharma eingezogen – als Nachbar der Bundespolizisten. Auch verwies´Leyens auf die enge Kooperation mit den Kollegen aus Luxemburg und Frankreich. Wie gut der Zusammenhalt über die Grenzen hinweg funktioniert, beweist der „kleine Dienstweg“, den Deutsche und ihre Kollegen aus den beiden Nachbarländern seit mehr als zehn Jahren beschreiten – mit den 3-M-Treffen, den monatlichen Gesprächen der drei Anrainer der Mosel. Unmittelbar nach der Beendigung des Treffens eilten die Beamten gestern zu dem traditionellen Empfang, dessen Ursprung in die frühen 90er Jahre zurückreicht.

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