Perl

Winzer empfangen Segen für guten Wein

Pfarrer Uwe Janssen am Donnerstag bei der Weinsegnung in der Perler Pfarrkirche St. Gervasius und St. Prostasius. FOTO: Ruppenthal

Perl. Traditionell am Tag nach Weihnachten wird in Perl der Wein gesegnet. In diesem Jahr freuen sich die Winzer auf einen außergewöhnlichen Jahrgang.

Die saarländischen Winzer haben am Donnerstag in der Perler Pfarrkirche  ihr Erntedankfest gefeiert. In diesem Jahr haben sie Grund zur Freude, aber auch zur Dankbarkeit, wie Winzerpräsident Gerd Petgen gegenüber der Saarbrücker Zeitung betonte. Der Jahrgang 2018 verspricht ein absoluter Ausnahmewein zu werden. Sonnenschein ohne Ende ließ die Trauben so früh wie nie zuvor reifen. Die Qualität der Trauben war dabei überdurchschnittlich gut, so dass die Winzer sich angesichts des anhaltenden Herbstsonnenscheins und des vorzüglichen Reifezustands bei der diesjährigen Lese alle Zeit der Welt lassen konnte. Auch Minister Reinhold Jost, im Saarland auch für  Landwirtschaft und Weinbau verantwortlich, freute  sich über eine außergewöhnliche Ernte mit einer selten guten Qualität. Er verwies aber auch darauf, dass die saarländischen Winzer durch harte und engagierte Arbeit ihren Beitrag zu diesem erfolgreichen Ergebnis beigesteuert hätten.   Am Johannistag, für die Winzer quasi der dritte Weihnachtsfeiertag, feiern sie traditionell ihr Erntedankfest, danken für die Ernte, für die besondere Qualität und Quantität der Ernte.

 Pastor Uwe Jansen erinnerte daran, dass der gesegnete Trank früher mit den Worten „Trink die Liebe des heiligen Johannes“ gereicht wurde. Er verwies darauf, dass sich hinter der Gestalt des Apostels und des Evangelisten eigentlich drei Personen verbergen: Johannes, der Bruder des Jakobus, der Lieblingsjünger Jesu, dessen Namen wir nicht kennen,  und drittens der abschließende Bearbeiter des vierten Evangeliums. Die uralte christliche Tradition habe jedoch alle drei in einer Person zusammengefasst. Die Legende besagt auch, dass dem Apostel bei einer Feier vergifteter Wein gereicht wurde. Als dieser ihn segnete, verwandelte sich das Gift in eine Schlange, die daraufhin verschwand.  Der Johannistag sei aber auch ein Tag der Besinnung. Es gelte zurückzuschauen, insbesondere auf das Fehlerhafte im eigenen Leben.

 Alles oder nichts, diese beiden Extreme bestimmten allzu oft das Leben der Menschen, mahnte Pastor Uwe Janssen in seiner Predigt. Dabei gebe es doch unzählige Zwischenstufen. „Warum übersehen wir diese, und stellten uns dadurch immer wieder unter Leistungsdruck und seien letztendlich mit uns unzufrieden?“, fragte er die Gläubigen.

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