Container ein Schandfleck im Wohngebiet

Haberdeller für „diskreteren Standort“

Der „Stein des Anstoßes“ im Kohlhofer Wohngebiet Haberdell: Anwohner fordern seit Jahren die Verlegung des Container-Platzes. Dieser wird auch von vielen ortsfremden Pendlern genutzt, die durch die Limbacher Straße fahren.FOTO: Heike Jungmann / Heike Jungmannn

Kohlhof. Containerplatz am Eingang des Wohngebietes in Kohlhof ist seit Jahren ein Ärgernis für die Anwohner.

„Das ist unser Wahrzeichen“, sagt Helmut Sutter mit einem ironischen Lächeln und zeigt auf den Containerstandplatz. Zwei relativ neue Papiercontainer stehen neben drei verschmutzten Glascontainern in Reih und Glied quasi im Eingangsbereich des gepflegten Wohngebiets Haberdell in Neunkirchen-Kohlhof.

Seit Jahren kämpfen Sutter und etliche Anwohner für eine Verlegung der Wertstoffcontainer an einen „diskreteren Standort“. Eine Liste mit 61 Unterschriften habe die Initiative im Juli 2017 gesammelt, in den vergangenen Wochen seien weitere Unterstützer hinzugekommen, berichtet Siegfried Schmidt. Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Neunkircher Stadtrat kennt sich aus in der Kommunalpolitik, ist deshalb Sprecher der Initiative, die hartnäckig den „Schandfleck“ am Eingang eines ansonsten „sauberen und liebevoll gestalteten und gepflegten Wohngebiets“ anprangert. Noch verschärft werde der unästhetische Anblick durch davor und daneben liegende Reste von Verpackungen, Glasscherben und sonstigem Unrat. „So wird man hier begrüßt, wenn man ins Viertel fährt“, moniert Helmut Sutter beim Ortstermin mit der SZ. Allerdings steht an diesem Morgen lediglich eine Kaffeekanne aus Porzellan, die natürlich nicht in den Glascontainer gehört, darauf. „Die Stadt ist aufgescheucht“, mutmaßt Sutter, „macht hier jetzt alle paar Tage sauber.“

Doch „Aufräumen“ allein reicht den Anwohnern nicht, die Wertstoffcontainer sind vielen grundsätzlich ein Dorn im Auge. Ihr Standort – gut sichtbar für Pendler, die durch die Limbacher Straße fahren – verlockt offenbar viele Bürger, ihre gesammelten Wertstoffe fern ihres eigenen Wohnortes zu entsorgen. „So beobachtet man immer wieder auch Fahrzeuge mit ortsfremden Kennzeichen, die nicht selten auch größere Entsorgungsmengen hertransportieren, damit das Fassungsvermögen der Behälter vorzeitig erschöpfen und dabei auf Ordnung und Sauberkeit – es ist ja nicht ihr Revier – keine Rücksicht nehmen.“ Mit diesen Worten appellierte Schmidt im Namen seiner Mitstreiter an den Oberbürgermeister Jürgen Fried, sich dem Anliegen der Haberdeller Bürgerinnen und Bürger anzunehmen. Auch der Ortsrat, der für die Stadtteile Furpach, Ludwigsthal und Kohlhof zuständig ist, beschäftigte sich bereits diverse Male mit dem Anliegen der Haberdeller. Allerdings fielen deren Vorschläge zur Verlegung des Container-Standorts in eine unauffälligere Randlage allesamt durch. Das Fass zum Überlaufen brachte die jüngste Sitzung des Ortsrates, in der Ortsvorsteher Klaus Becker das Thema für abgeschlossen erklärt hatte (SZ vom 20. Februar). „Über diese kategorische Ablehnung ärgern wir uns immens“, betont Anwohner Rudolf Müller. Schließlich sei andernorts im Zuständigkeitsbereich des Ortsrats Wert darauf gelegt worden, Container-Standplätze nicht mitten in die Wohnlandschaft zu setzen und dem direkten Blick möglichst zu entziehen, etwa am Sportplatz des SV Furpach oder am Gutsweiher. Eine Alternative sei die unbebaute Straßenseite im Torhausweg. Mit dieser Variante könnte gleichzeitig der Container-Standplatz in der Andreas-Limbach-Straße (Bushaltestelle) entfallen, meinen die Haberdeller. Als „Patentlösung“ könne man sich die Zusammenfassung zu einem einzigen Stellplatz vorstellen, nämlich am Sportplatz des SV Kohlhof, ausreichend abseits der Wohnbebauung.

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