RAG stellt Sanierung der Geisheck vor

Heinitz bekommt neue Böden

Sanierungszone vier in den Gärten der Friedrichsthalerstraße: Die Bäume liegen bereits, links oben ist die Halde Geisheck zu sehen. FOTO: Robby Lorenz / Robbby Lorenz

Neunkirchen. Die RAG Montan stellte am Montag den Heinitzern Pläne für die Bodensanierungen vor.

Blei, Teer, Öle, Cyanide. Oder Naphthalin und Benzoapyren, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Seit mehr als 100 Jahren sind in Heinitz Böden mit Kokereiabfällen verseucht. Sie kontaminieren die Erde des „Dorfs im Grünen“ so derbe, dass die Besitzerin des Gebietes, die RAG Montan Immobilien, nun Sanierungsmaßnahmen startet. Am Montagabend stellten Vertreter der RAG Montan Immobilien ihre Pläne den Bürgern des Neunkircher Stadtteils vor. In einer Bürger-Versammlung. Etwa 120 der 668 gemeldeten Heinitzer waren in die Aula der alten Grundschule in die Grubenstraße gekommen. Mit den Worten: „Wir sind froh, dass die Sanierung endlich losgeht“, eröffnete der Heinitzer Frank Lorschiedter (SPD) die Versammlung. „Das ist die bisher größte Sanierungsmaßnahme von uns im Saarland“, sollte RAG-Montan-Prokurist Rudolf Krumm dort erklären. In vier Jahren soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Etwa elf Millionen Euro werden die Arbeiten in den kommenden vier Jahren kosten.


Wo das Gift herkommt, ist klar: Von 1849 bis 1963 verfeuert die Kokerei an der Friedrichsthalerstraße Kohle zu Koks. Auf der anderen Straßenseite stehen Wohnhäuser, dahinter eine freie Fläche und die Halde Geisheck. Das heutige, etwa 14 Hektar große Sanierungsgebiet. Über die Straße führten einst Rohre einer Teergasleitung. Die Leitung zwängte sich zwischen Halden und Häusern vorbei. Als sie in den 1960er Jahren ausgedient hatte, gab es das Wort Umweltschutz noch nicht. Die Folge: Die Arbeiter zerlegten die Rohre direkt vor Ort, Reste der Rohrfracht gelangten in die Erde und kontaminierten sie. Dazu lagerten die Arbeiter Reststoffe vom Kokerei-Abriss auf der Halde. Ebenfalls konterminiert. Und: Die Giftstoffe verbreiteten sich via Kanalisation. Bis ins Binsenthal.

All das war in seiner Schlimmheit lange nicht klar - und damit egal. Nach Schließung der Kokerei 1963 und der Gruben Heinitz (1962) und Dechen (1968) hat der Bergwerksbetreiber das Gelände mehr oder weniger sich selbst und der Natur überlassen.

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