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Wanderer in der Welt des Erzählens

Der Schriftsteller Karsten Redmann, der als Kind in Welschbach lebte, hat einen Sammelband mit Erzählungen „An einem dieser Tage“ veröffentlicht. FOTO: Kilian Schreier

Welschbach/St. Gallen. „An einem dieser Tage“, so heißt der Erzählband von Karsten Redmann, der Kindheitsjahre in Welschbach verbrachte.

Der Schriftsteller Karsten Redmann verbrachte seine Kindheit und Jugend in den 70er und 80er Jahren in Welschbach. Kürzlich erschien in der edition offenes feld (eof) ein Sammelband mit Erzählungen von Karsten Redmann. Mit seinem Werk „An einem dieser Tage“ präsentiert der Autor Erzählungen, deren Handlung in urbanen Zentren wie Berlin und London wie auch in ländlichen Regionen, etwa im Hochgebirge, an der innerdeutschen Grenze, im typischen Dorf (Welschbach?!), im Flugzeug, Schiff, Auto, auf dem Fahrrad verankert sind.

Die Sympathien des Autors liegen auf Seiten der Outsider beziehungsweise derjenigen, die in oder von unserer Leistungsgesellschaft an den Rand gedrängt werden. Der Illinger Hanni Friedrich bekam das Werk geschenkt und hat sich damit intensiv beschäftigt. „Allen Erzählungen ist gemeinsam, dass sie den Leser in hohem Maß faszinieren, ihn in neugierige Spannung versetzen, mit seinen Erwartungen spielen, in Sekundenbruchteilen umschlagen können, überraschende Wendungen und Pointen präsentieren. Alltagsmenschen in alltäglichen, aber auch in Ausnahmesituationen, gewöhnliche, aber auch unerhörte Begebenheiten“, fasste er zusammen.

Als Protagonisten treten die unterschiedlichsten Charaktere auf: der aufsässige kleine Junge, der in der Nacht die ungeliebte Blumenampel im elterlichen Wohnzimmer abfackelt, zwei junge Damen in der Hoffnung auf einen geeigneten Samenspender, ein ehemaliger türkischer Gastarbeiter mit allen Anzeichen einer Demenz, ein armer bulgarischer Künstler auf der Suche nach einer Lebensperspektive für sich und seine Liebste in Westeuropa, ein äußerst bemühter Arbeitssuchender und viele mehr. Friedrich fasste zusammen: „Da hat jemand mit einer ganz feinen Antenne beobachtet. Und das Ergebnis dieser präzisen Beobachtungen inklusive psychologischer Reflexionen unter virtuoser Beherrschung aller Facetten des Werkzeuges Sprache zu Papier gebracht.“ Sein Fazit: „Sehr unterhaltsam. Gerne mehr davon!“

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