Mitarbeiter verunsichert

Verunsicherung am Klinikum Neunkirchen

Außenansicht: Im  Diakonie-Klinikum Neunkirchen, kurz DKN,  stehen organisatorische Veränderungen bevor. FOTO: Jörg Jacobi

Neunkirchen. Die Gewerkschaft Verdi  ist „in großer Sorge“ wegen geplanter organisatorischer Veränderungen im Diakonie Klinikum Neunkirchen (DKN). Der Krankenhausträger spricht von „Sicherung der Arbeitsplätze“.

Vor genau einem Jahr ging die Geschäftsführung der Stiftung Kreuznacher Diakonie mit der Mitteilung an die Öffentlichkeit, das Klinikum Neunkirchen werde für 30 Millionen Euro generalsaniert. Was nach der Übernahme aus der Trägerschaft der Stadt Neunkirchen (sie hält als Minderheitsgesellschafter jetzt noch 5,1 Prozent) zum Jahresende 2015 dringend notwendig sei. Nun ist Unruhe im Haus, weniger wegen der Renovierung, als wegen der Pläne der Geschäftsführung (Sitz in Bad Kreuznach), Verwaltungen und technische Abteilungen des Hauses zum Jahreswechsel  in ein neu zu bildendes Service Center zu überführen.

Die für Gesundheit, soziale Dienst, Wohlfahrt und Kirchen zuständige Gewerkschaft Verdi schlägt deswegen jetzt sehr kritische Töne an. „Leider werden die Befürchtungen der Beschäftigten gerade wahr“, beginnt Michael Quetting, Gewerkschaftssekretär seine Unmutsbekundung über den aktuellen Zustand am DKN. Am ehemaligen städtischen Krankenhaus herrsche derzeit Rat- und Tariflosigkeit. Den Übergang in ein so genanntes Service Center („ohne vorherige Beratungen mit den Interessenvertretern“) nennt Quetting einen „ungeheuerlichen Vorgang“. Die Geheimniskrämerei der Geschäftsführung verunsichere die Mitarbeiter. Verdi fordert die Geschäftsführung auf, einen Überleitungstarifvertrag zu schließen. „Personal fehlt an allen Ecken und Enden. Im bürokratischen Moloch der Diakonie, die  geprägt ist von nicht nachvollziehbaren Hürden,  wird zwar Nächstenliebe gepredigt, gelebt wird jedoch brutaler Marktkapitalismus,“ empört sich Quetting. Verdi werde an der Seite der Beschäftigten kämpfen und nicht locker lassen. Quetting hat sich auch an den Neunkircher Oberbürgermeister Jürgen Fried mit der Bitte um Unterstützung der Belegschaft des Klinikums gewandt. 

Auf Anfrage der SZ nahm die Stiftung Kreuznacher Diakonie über ihre Pressesprecherin Kristina Rogoß Stellung zu den Vorwürfen der Gewerkschaft. „Wir sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen und haben inzwischen rund 6800 Mitarbeitende. Das bedeutet, dass die sozialen Dienstleistungen, für die wir stehen, gut angenommen werden“, so Rogoß. Der Größe und der Vielzahl der Angebote entsprechend müssten die organisatorischen und technischen Strukturen der Stiftung Kreuznacher Diakonie angepasst werden. Dies diene der Sicherung von Arbeitsplätzen. „Damit wir uns zukunftsfähig aufstellen können, wird zum Jahresbeginn 2019 in der Stiftung Kreuznacher Diakonie ein zentrales Service-Center mit Sitz in Bad Kreuznach eingerichtet. Es bündelt und koordiniert Aufgaben der Verwaltung und Technik für die Stiftung und die Tochtergesellschaften, die bisher überwiegend dezentral erbracht wurden. Die Erbringung dieser Leistungen erfolgt grundsätzlich weiter an Ort und Stelle in so genannten Regionalbüros, teilweise auch von Bad Kreuznach aus“, so die Stellungnahme wörtlich.

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