FDP stellt Kandidatin für Bürgermeisterwahl in Schiffweiler

Sie will eine Alternative sein

Vera Haböck tritt in Schiffweiler als Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl an. FOTO: FDP / Alexa Kirsch

Schiffweiler. Vera Haböck geht für die FDP ins Rennen um den Chefsessel im Schiffweiler Rathaus.

Es sind die „liberalen Frauen“ und der Gedanke, sich im eigenen Lebensumfeld engagieren zu wollen, die Vera Haböck zur Kandidatur bewegt haben: Die 44-Jährige, Vorsitzende des FDP-Ortsverbands Schiffweiler, will Bürgermeisterin ihrer Kommune werden. Dieser Tage, sagt sie, gehen ihre Unterlagen zur Bewerbung im Rathaus ein. Der Ortsverband habe sie bereits auf seiner jüngsten Mitgliederversammlung nominiert. Sie konkurriert damit nach aktuellem Stand mit Amtsinhaber Markus Fuchs (SPD) und Mathias Jochum (CDU) um den Spitzenjob in der Verwaltung. Eine Bewerbung hat auch Sabine Nowaczyk abgegeben, das allerdings in gleich 33 Kommunen, um damit auf die Männerdominanz in diesen Positionen hinzuweisen. Als unabhängige Kandidatin braucht sie 99 Unterstützerstimmen in der Gemeinde, um es überhaupt auf den Stimmzettel zu schaffen.

Nowaczyk als Mutmacher für mehr Frauenpower? Das sieht Haböck ganz anders: „Mich haben die liberalen Frauen inklusive der wunderbaren Mitglieder mehr zu meiner Kandidatur bewegt und bestärkt, als die Initiative ,Mehr Frauen für öffentliche Spitzenämter’. Ich sehe mich als Anhängerin der liberalen Einstellung und werde ausschließlich Wahlkampf für die Freien Demokraten machen.“ Eine sportliche Aufgabe, hat der Ortsverband derzeit doch gerade mal acht Mitglieder. Haböck lenkt dessen Geschicke seit 2012. Sie ist zudem im Kreisvorstand, Schriftführerin im Landesvorstand und bei den „liberalen Frauen“ aktiv. Und sie präsentiert sich durchaus kampfesmutig: „Durch die bevorstehende Kommunalwahl ergibt sich für die Freien Demokraten die Chance, eine liberale Alternative für die Bürgerinnen und Bürger zu bieten.“ Bei der Bundestagswahl 2017 habe ihre Partei auf Schiffweiler bezogen ein Plus von 3,3 auf 5,8 Prozent geschafft. Dieses Ergebnis gelte es jetzt bei der Kommunalwahl auszubauen. Haböck steht denn auch auf der Liste für den Gemeinderat Schiffweiler, in dem ihre Partei momentan nicht vertreten ist.

Die liberale Kandidatin, geboren in Saarlouis, alleinlebend, wohnt seit vielen Jahren in Landsweiler-Reden. Sie ist von Beruf Medizinisch-Technische Assistentin der Radiologie, arbeitet in einer Praxis in St. Wendel. Ehrenamtlich, erzählt sie, engagiert sie sich in dem Saarlouiser Pflegeheim, in dem ihre Mutter lebt: „Ich bringe mich dort ein, indem ich den Bewohnern vorlese, Denkspiele mache, Zeit mit ihnen verbringe, Unterhaltungen führe und Interesse an ihrem Leben zeige.“ Auch sonst sei sie gerne unter Menschen, treffe sich mit Freunden, gehe auf Konzerte. Am Herzen liegt ihr das Rudern. Ein zeitaufwändiger und intensiver Sport, für den sie momentan wegen ihres politischen Engagements allerdings keine Zeit finde. Vera Haböck kam 2005 zur FDP. In den jüngsten Landtags- und Bundestagswahlkämpfen war sie bereits für die Partei unterwegs, hat Wahlkampf-Erfahrung gesammelt. Die wird sie in den kommenden Wochen bis zum Wahltag am 26. Mai auch brauchen. Amtsinhaber Fuchs hatte sich 2010 gegen zwei Mitbewerber im ersten Wahlgang durchgesetzt. Und das mit 57,8 Prozent.


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